Zeit zum Geldausgeben

BERKELEY: Die zentrale Einsicht der Makroökonomie ist eine Tatsache, die bereits John Stuart Mill im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts bekannt war: Es kann eine große Kluft zwischen Angebot und Nachfrage für so ziemlich alle zum jeweiligen Zeitpunkt produzierten Waren, Leistungen und Arbeitstypen geben, falls ein genauso großer Nachfrageüberhang in Bezug auf Finanzwerte besteht. Und diese grundlegende Tatsache ist eine Quelle großer Probleme.

Eine normale Kluft zwischen Angebot und Nachfrage für eine Teilmenge der jeweils produzierten Wirtschaftsgüter ist kein ernstes Problem; sie wird durch den Nachfrageüberhang nach anderen jeweils produzierten Gütern ausgeglichen. Während jene Branchen, die unter einer unzureichenden Nachfrage leiden, Arbeitsplätze abbauen, werden in Branchen, die von einem Nachfrageüberschuss profitieren, neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Wirtschaft bringt sich schnell wieder ins Gleichgewicht und kehrt zur Vollbeschäftigung zurück – und zwar mit einer Beschäftigungs- und Produktionsstruktur, die besser an die aktuellen Verbrauchervorlieben angepasst ist.

Dagegen ist eine Kluft zwischen Angebot und Nachfrage dann, wenn der Nachfrageüberhang Finanzwerte betrifft, ein Rezept für einen wirtschaftlichen Zusammenbruch. Schließlich gibt es keine einfache Weise, wie beschäftigungslose Arbeitnehmer von den Finanzmärkten in unzureichender Menge angebotene Vermögenswerte – Geld und Anleihen, die nicht nur vom Rating her eine hohe Anlagequalität aufweisen, sondern auch wirklich hochwertig sind – produzieren können. Die Zahl der freigesetzten Arbeitnehmer übersteigt dann die Zahl der Neueinstellungen. Und je stärker Beschäftigung und Einkommen sinken, desto mehr sinken auch die Ausgaben für die jeweils produzierten Wirtschaftsgüter, und die Volkswirtschaft gleitet in die Depression ab.

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