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Der Moment der Wahrheit für Amerikas Megabanken?

WASHINGTON, DC – Vor gut einhundert Jahren waren die USA die führende Nation, als es darum ging, die Mechanismen des Großkapitals zu überdenken – und den Zeitpunkt zu bestimmen, die Macht der Großunternehmen zu beschränken. Rückblickend gelang mit dem US-Bundeskartellgesetz Sherman Antitrust Act aus dem Jahr 1890  – nicht nur in den USA, sondern auch international – ein Durchbruch.

Mit der Dodd-Frank-Gesetzesvorlage zur Finanzmarktreform, die demnächst den US-Senat passieren soll, gelingt etwas Ähnliches – und längst Überfälliges – im Bankenbereich.  

Vor dem Jahr 1890 betrachtete man Großunternehmen weithin als effizienter und insgesamt moderner als kleine Firmen. Die meisten Menschen sahen den Zusammenschluss von kleinen Unternehmen zu wenigen großen als stabilisierende Entwicklung, die zu Erfolg führte und weitere produktive Investitionen ermöglichte. Schließlich verdankte Amerika seinen Aufstieg zur Wirtschaftsgroßmacht letztlich riesigen Stahlwerken, integrierten Eisenbahnnetzen und der Mobilisierung enormer Energiereserven durch Unternehmungen wie Standard Oil.

Aber diese immer größeren Firmen hatten auch tief greifende soziale Auswirkungen und in dieser Hinsicht erfolgten die Buchungen nicht immer auf der Habenseite.  Die Chefs dieser Großunternehmen waren vielfach skrupellose Menschen und einige unter ihnen nutzten ihre dominante Marktposition, um die Konkurrenz auszubooten – wodurch die überlebenden Firmen anschließend das Angebot beschränken und die Preise erhöhen konnten.