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Eine postnukleare euro-atlantische Sicherheitsordnung

WASHINGTON, D. C. – Zum Jahreswechsel 2011 weist die Euro-Atlantik-Region eine Fülle von strategischen Kontrasten auf. Im Laufe der letzten 20 Jahre hat kein geopolitischer Raum eine so dramatische Wandlung durchlaufen wie die Region zwischen dem Atlantik und dem Ural. In unserer Lebenszeit haben wir einen willkommenen Wandel erlebt – von den dunkelsten Tagen des Kalten Krieges, als ein zerstörerischer konventioneller und atomarer Krieg in Europa eine echte Möglichkeit darstellte, zu einer neuen Ära, in der kein Staat derart existenziell bedroht wird.

Doch trotz dieser positiven Entwicklung verfügen die beiden größten Mächte in der Region – die Vereinigten Staaten und Russland – jeweils über Tausende von Atomwaffen, die über 90 % des weltweiten Atomarsenals ausmachen. Viele dieser Waffen sind nach wie vor für den Einsatz innerhalb des Euro-Atlantik-Raums aufgestellt oder entworfen.

Die Verminderung und Beseitigung dieser nuklearen Infrastruktur aus der Ära des Kalten Kriegs ist die größte unerledigte Aufgabe aus dieser vergangenen Zeit. Die weitere Existenz zahlreicher strategischer Kernwaffen, die auf hoher Alarmstufe einsatzbereit sind, und taktischer Kernwaffen, die in bestimmten NATO-Staaten und Russland aufgestellt sind, bergen das Risiko eines unbeabsichtigten, unautorisierten oder irrtümlichen Einsatzes sowie die Gefahr, dass terroristische Gruppen in den Besitz dieser Waffen gelangen. Daher ist eine Sicherheitsüberwachung unentbehrlich.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, unterstützen wir drei – aufbauend auf dem Aktionsplan, der bei der Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags 2010 per Konsens angenommen wurde – eine Reihe dringender, praktischer Schritte, um langfristig das Ziel einer Welt, die frei von Atomwaffen ist, zu erreichen. Dazu zählen: