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Allgemeinverständliche Wirtschaftswissenschaften

NEW HAVEN – Wir erleben gerade einen Boom der populärwissenschaftlichen Wirtschaftslehre: Bücher, Artikel, Blogs, öffentliche Vorträge, die von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt werden.

Vor kurzem nahm ich beim Jahrestreffen der American Economic Association in Denver an einem Podiumsgespräch über dieses Phänomen teil. Bei der Diskussion trat ein augenscheinliches Paradox zutage: Der Boom in der populärwissenschaftlichen Wirtschaftslehre findet zu einem Zeitpunkt statt, zu dem die Allgemeinheit ihren Glauben an die professionellen Wirtschaftswissenschaftler verloren zu haben scheint, weil fast alle von uns daran gescheitert sind, die aktuelle Wirtschaftskrise – die größte seit der Großen Depression – vorherzusagen, ja noch nicht einmal davor gewarnt haben.

Warum kauft die Öffentlichkeit dann mehr Bücher von professionellen Wirtschaftswissenschaftlern?

Die interessanteste Erklärung, die ich hörte, war, dass die Wirtschaftswissenschaft interessanter geworden war, da sie nicht mehr wie eine fertige und abgeschlossene Disziplin erscheint. Es macht keinen Spaß, ein Buch oder einen Artikel zu lesen, in dem steht, dass ökonomische Prognosen am besten Computermodellen überlassen werden, für deren Verständnis Sie, der normale Leser, einen Doktortitel bräuchten.