Paul Lachine

Eine Flugverbotszone für Libyen

WASHINGTON, D.C.: Politische Führer weltweit debattieren derzeit lebhaft darüber, ob es ratsam wäre, über Libyen eine Flugverbotszone einzurichten, um die Gewalt zu stoppen, die sich derzeit dort Bahn bricht. Als Grund zum Handeln wird auf Bosnien verwiesen, wo die NATO Mitte der 1990er Jahre zu lange damit wartete, die Zivilbevölkerung zu schützen, und auf Ruanda, wo später Präsident Bill Clinton äußerte, er bereue, nicht eingegriffen zu haben, um das Leben unschuldiger Menschen zu retten. Doch was in Libyen auf dem Spiel steht, wird besser anhand der Tragödie im Südirak in den letzten Tagen des Golfkrieges von vor 20 Jahren klar.

Als im Februar 1991 die Koalitionsstreitkräfte die irakische Armee in die Flucht schlugen, ermutigte Präsident George H. W. Bush die irakische Bevölkerung, „die Angelegenheit in die eigenen Hände zu nehmen, um den Diktator Saddam Hussein zum Rücktritt zu zwingen.“ Als die irakischen Schiiten, Kurden und Marsch-Araber gegen Saddam rebellierten, gingen sie davon aus, dass die US-Truppen sie vor der überlegenen Feuerkraft ihres brutalen Diktators schützen würden.

Stattdessen erhielten die Koalitionstruppen, als irakische Hubschrauber und Elitesoldaten begannen, ihre eigene Bevölkerung abzuschlachten, den Befehl, sich herauszuhalten. Die Welt sah zu, während tausende von Irakern hingeschlachtet wurden.

To continue reading, please log in or enter your email address.

To continue reading, please log in or register now. After entering your email, you'll have access to two free articles every month. For unlimited access to Project Syndicate, subscribe now.

required

By proceeding, you are agreeing to our Terms and Conditions.

Log in

http://prosyn.org/ieIFThl/de;

Cookies and Privacy

We use cookies to improve your experience on our website. To find out more, read our updated cookie policy and privacy policy.