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Abschied von Atomwaffen

MOSKAU – Diesen Oktober vor 25 Jahren saß ich in Reykjavik Ronald Reagan gegenüber, um ein Abkommen zu verhandeln, das die Reduzierung und schlussendliche Eliminierung der furchteinflößenden Atomwaffenarsenale der USA und der Sowjetunion bis zum Jahr 2000 hätte regeln sollen.

Trotz aller unserer Differenzen teilten Reagan und ich die Überzeugung, dass zivilisierte Länder diese barbarischen Waffen nicht zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Sicherheit machen sollten. Obwohl es uns in Reykjavik nicht gelang, unsere Ambitionen umzusetzen, war der Gipfel dennoch „ein wichtiger Wendepunkt im Bestreben um eine sicherere Welt“, wie es mein damaliger Amtskollege formulierte.

In den nächsten Jahren könnte sich entscheiden, ob unser gemeinsamer Traum, die Welt von Atomwaffen zu befreien, jemals Realität wird.

Kritiker stellen die atomare Abrüstung bestenfalls als unrealistisch und schlechtestenfalls als gefährlichen utopischen Traum dar. Sie verweisen auf den „langen Frieden“ während des Kalten Kriegs, der ein Beweis dafür sei, dass atomare Abschreckung die einzige Möglichkeit zur Abwendung eines größeren Krieges ist.