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Der Staatenbund als Lösung für Palästina

LONDON – Als ich mich letzten Monat in New York aufhielt, wohnte ich zufällig im gleichen Hotel wie der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu. Um seine Sicherheit zu gewährleisten, war das Hotel zu einer Festung ausgebaut worden, ganz wie Israel selbst auch.

Netanjahu war in den Vereinigten Staaten, um dort an einer weiteren Verhandlungsrunde der Nahost-Friedensgespräche teilzunehmen. Die USA boten verschiedene Anreize, um Israel zu einer weiteren 90-tägigen Unterbrechung der Bautätigkeit im Westjordanland zu bewegen. Die Israelis lehnten ab. Man war wieder einmal in der Sackgasse gelandet.

Wie stehen nun die Chancen auf eine friedliche Verhandlungslösung zwischen den beiden Völkern, die beide Anspruch auf das gleiche Land erheben?

Die Antwort lautet: sehr schlecht. Sämtliche Friedensbemühungen seit den Osloer Abkommen des Jahres 1993 basieren auf einer „Zweistaaten-Lösung“, die vorsieht, dass Israel die besetzten Gebiete an einen palästinensischen Staat abtritt, die Palästinenser ihre Ansprüche an den jüdischen Staat aufgeben und alle glücklich und zufrieden bis an ihr Ende leben.