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Die Neuerschaffung der GAP

WAGENINGEN, NIEDERLANDE – Die 1957 eingeführte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ist nun also über 50 Jahre alt und die Europäische Kommission beabsichtigt, einen von ihr so bezeichneten Gesundheitscheck für ihr in die Jahre gekommenes Kind durchzuführen. Allerdings wird man mit oberflächlicher Kosmetik den zukünftigen Erfordernissen in der Europäischen Union nicht genügen können. Die GAP muss neu geschaffen werden.

Damit soll nun begonnen werden und bis 2013 soll das Projekt abgeschlossen sein. Allerdings bedarf es eines noch grundlegenderen Umdenkens.

Das ursprüngliche Ziel der GAP war, für eine gesicherte Nahrungsmittelversorgung der sechs Gründungsmitglieder der Gemeinschaft zu sorgen, die alle auf Nahrungsmittelimporte angewiesen waren und einen gewissen Grad an Unabhängigkeit anstrebten. Gute, gesunde und preiswerte Lebensmittel mussten für alle Bürger zur Verfügung stehen. Eine verbesserte landwirtschaftliche Produktivität sollte den ländlichen Gegenden zugute kommen und den Bauern einen adäquaten Anteil am wachsenden Wohlstand der Gemeinschaft sichern. Um diese Ziele zu erreichen wurden Instrumente entwickelt und Nahrungssicherheit erreicht. Die GAP wurde binnen kurzem als Edelstein in der Krone des europäischen Projekts betrachtet.

Mit der Entwicklung und Erweiterung der EU sind auch die Lebensmittelsysteme komplexer geworden. Dies betrifft Produktion, Verarbeitung, die Organisation der Versorgungskette sowie den Groß- und Einzelhandelsvertrieb, wobei in allen Bereichen neue Themen im Hinblick auf Gesundheit und Umwelt hinzukommen. Auch die Bodennutzung wird einer eingehenderen Prüfung unterzogen.