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The Human Rights Revolution

Hoffnung für die Roma

George Soros and James D. Wolfensohn

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2009-11-02

BRÜSSEL: Verhasst, ausgegrenzt und als Diebe und Schlimmeres verschrien, sind die Roma schon zu lange leichte, wehrlose Ziele unzufriedener Rassisten in Ungarn, Rumänien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und anderen europäischen Ländern.

Die Roma haben als Volk so gut wie gar nicht von dem Wohlstand profitiert, in dessen Genuss die ehemaligen Ostblockländer seit dem Fall der Berliner Mauer gekommen sind. Trotzdem haben sich rechtsgerichtete politische Führer – sogar schon vor dem aktuellen Wirtschaftsabschwung – darauf verlegt, verbal auf die Roma einzuprügeln, um auf billige Weise Unterstützung zu gewinnen. Die Botschaft des Hasses findet nach wie vor bei vielen Menschen Zuspruch, darunter auch einigen, die zur Gewalt bereit sind.

In den letzten 14 Monaten wurden während einer Tötungsorgie in Ungarn neun Roma ermordet. Im August drangen Bewaffnete in die Wohnung einer verarmten Roma-Witwe, Maria Balogh, ein, erschossen sie und verletzten ihre 13 Jahre alte Tochter. Im April wurde ein Roma erschossen, der zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit in einer Fabrik war. Im Februar wurden ein Roma und sein fünfjähriger Sohn vor ihrem Haus in der Nähe von Budapest ermordet. Das Haus selbst wurde angezündet und brannte völlig nieder.

Im vergangenen November wurde in Nordostungarn ein Roma-Ehepaar ermordet. Der ungarischen Polizei ist dabei zugute zu halten, dass sie eine bisher beispiellose Großfahndung einleitete und Ende August vier Verdächtige verhaftete, von denen einige Hakenkreuztätowierungen trugen. Im selben Monat ermordeten in Rumänien zwei Medizinstudenten einen 65 Jahre alten Roma und ließen ihn zerstückelt im Kofferraum eines Autos zurück.

Vielleicht wird diese Mordserie der rassistischen Rhetorik einen Dämpfer verleihen. Vielleicht erkennen die Menschen, dass die hier verbreitete zugrunde liegende Botschaft eine Botschaft kriminellen Hasses ist, und vielleicht klingt die Gewalt dann ab. Doch kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass, solange die Roma auf der untersten Stufe der sozioökonomischen Hackordnung feststecken, es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis die rassistischen Angriffe auf sie wieder aufleben.

Die Roma wollen ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Sie wollen das Leben ihrer Kinder verbessern und erreichen, dass es diese einmal besser haben als sie selbst. Der wichtigste Faktor, der so viele Roma in Armut gefangen hält, ist der Mangel an Bildung. Etwa 25% aller Roma, und 33% der Roma-Frauen, sind Analphabeten. Eine Studie der Vereinten Nationen zeigt, dass 66% aller Roma nicht einmal die Grundschule beenden, und 40% der Roma-Kinder gehen überhaupt nicht zur Schule. Und diejenigen Roma-Kinder, die eine Schule besuchen, tun dies durchschnittlich nicht einmal halb so lange wie die Kinder aus der Bevölkerungsmehrheit der jeweiligen Länder, in denen sie leben.

Darüber hinaus sind die Schulen, die die meisten Roma-Kinder besuchen, abgeschottet, ethnisch ausgegrenzt und von minderer Qualität. Es hat in den zwei Jahren seit dem historischen Urteil gegen ethnische Ausgrenzung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in dem Verfahren, das 18 in Schulen für geistig Behinderte gesteckte Roma-Kinder gegen die Tschechische Republik anstrengten, so gut wie keine echten Fortschritte in Bezug auf diese Ausgrenzung gegeben. Noch heute werden viele Roma-Kinder überall in Mittel- und Osteuropa in derartige Schulen eingewiesen, nur weil sie keinen Zugang zu Vorschuleinrichtungen haben oder nicht die Sprache der Mehrheitsbevölkerung ihres Landes sprechen.

Vor sechs Jahren bündelten die von uns geführten Organisationen – das Open Society Institute und die Weltbank – ihre Kräfte, um den Roma Education Fund einzurichten. Der Fonds ist ein seltenes Beispiel einer öffentlich-privaten Zusammenarbeit, die trotz vieler Widerstände Erfolg dabei hat, den Nexus aus Armut und Bildungsmangel, der so viele Roma gefangen hält, durchbrechen zu helfen.

Ziel des Fonds ist die Einbindung der Roma in den Bildungsprozess. Er fördert Roma, die positive Vorbilder für Roma-Kinder abgeben können – Lehrer, führende Persönlichkeiten in den örtlichen Gemeinwesen, politische Führer, qualifizierte berufliche Fachkräfte und auch andere Roma-Kinder, die es geschafft haben, ihre schulischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Seine hocheffektiven Programme stellen das zur Verfügung, was Kinder – alle Kinder – für den schulischen Erfolg brauchen.

Die Programme des Fonds umfassen Stipendien für Roma-Schüler, Schulspeisungen zur Überwindung der „Hungerbarriere“, die Kinder aus armen Haushalten vom Schulbesuch abhält, Nachhilfe, um ihnen zu helfen, schulische Defizite aufzuholen, sowie Lehrerfortbildungen, um bessere Schulen für alle Kinder zu schaffen. Vor allem aber arbeitet der Fonds mit den Regierungen zusammen, um diesen zu helfen, mehr von dem zu tun, was sie nach eigener Aussage tun wollen.

Der Fonds hat bisher etwa 156.000 Roma-Kinder und junge Roma-Erwachsene unterstützt. Die fortlaufende Unterstützung durch den Roma Education Fund wird zur Folge haben, dass sich diese Zahl in den kommenden fünf Jahren nahezu verdoppelt. In diesem November kommen in Brüssel Spender auf einer Konferenz zusammen, die enorme Auswirkungen auf das Fondsvolumen haben könnte.

Die Integrierung der Roma erfordert langfristige Bemühungen, die über die nationalen Grenzen hinausreichen. Die jüngste rassistische Gewalt in Ungarn, Rumänien und Italien zeigt in krasser Weise auf, wie nötig es ist, dass nationale Regierungen und Europäische Union der Organisation und Umsetzung derartiger Bemühungen die erforderliche Aufmerksamkeit schenken. Sie sollten zusätzliche Anstrengungen unternehmen und bestehende Unterstützungsmaßnahmen ausweiten, um Roma-Kinder in die Schulen zu bekommen und dort lange genug zu halten, um etwas zu bewirken.

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dolbydriver 06:52 02 Nov 09

I am agree , the education in the Roma community must improve , but is quite complicated . They was living always in poverty , and the education is going to be step by step , in generations maybe . If your parents can`t read for you is impossible to get a Ph.D ¿ no ?

And the romanian case from this article , is that the 2 students don`t kill the person because he was Roma . It was a prostitution pact , and the youngsters get scared and killed the man .



AUTHOR INFO

George Soros is Chairman of Soros Fund Management and of the Open Society Institute. His most recent book is The Crash of 2008.
James Wolfensohn is Chairman of Wolfensohn & Co and a former President of the World Bank.