Saturday, October 25, 2014
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Wessen Weltbank soll es sein?

NEW YORK – Die Nominierung Jim Yon Kims für das Amt des Weltbank-Chefs durch US-Präsident Barack Obama wurde gut aufgenommen – durchaus zurecht, vor allem angesichts einiger anderer Namen, die ins Spiel gebracht wurden. Mit Kim, einem Professor für öffentliche Gesundheit, der momentan als Präsident der Dartmouth University fungiert und früher die HIV/AIDS-Abteilung der Weltgesundheitsorganisation leitete, haben die USA einen guten Kandidaten vorgeschlagen. Allerdings sollte die Nationalität eines Kandidaten und das nominierende Land – ob klein und arm oder groß und reich – keine Rolle dabei spielen, wer den Job letztlich bekommt.

Die 11 Exekutivdirektoren der Weltbank aus Schwellen- und Entwicklungsländern haben ebenfalls zwei hervorragende Kandidaten nominiert: Ngozi Okonjo-Iweala aus Nigeria und Jose Antonio Ocampo aus Kolumbien. Mit beiden habe ich eng zusammengearbeitet. Beide sind erstklassige Fachleute, die als Minister in verschiedenen Ressorts gearbeitet und an der Spitze multilateraler Organisationen hervorragende Leistungen erbracht haben sowie über jene diplomatischen Fähigkeiten und beruflichen Qualifikationen verfügen, um sich an der Spitze der Weltbank hervorragend zu bewähren. Sie verfügen über Expertenwissen in den Bereichen Finanz und Wirtschaft, dem Basisgeschäft der Weltbank, sowie über ein Netzwerk an Verbindungen, die zugunsten der Leistungsfähigkeit der Bank genützt werden können.&

Okonjo-Iweala bringt Insiderwissen der Institution mit. Ocampo bringt ebenso wie Kim die Vor- und Nachteile eines Außenstehenden mit, aber Ocampo, Professor an der Columbia University, ist mit der Weltbank profund vertraut. Er war früher nicht nur Wirtschafts- und Finanzminister, sondern auch Landwirtschaftsminister – eine entscheidende Qualifikation angesichts der Tatsache, dass die große Mehrheit der Armen in den Entwicklungsländern auf Landwirtschaft als Existenzgrundlage angewiesen sind. Außerdem verfügt er über beeindruckende Referenzen im Umweltbereich, womit ein weiterer zentraler Arbeitsbereich der Bank abgedeckt ist.

Sowohl Okonjo-Iweala als auch Ocampo verstehen die Rolle internationaler Finanzinstitutionen bei der Bereitstellung globaler öffentlicher Güter. Während ihrer jeweiligen beruflichen Laufbahn widmeten sie sich mit Herz und Verstand dem Thema Entwicklung und der Mission der Weltbank, die Armut zu beseitigen. Damit haben sie für jeden amerikanischen Kandidaten die Messlatte hoch gelegt.

Es steht viel auf dem Spiel. In den Entwicklungsländern leben beinahe zwei Milliarden Menschen in Armut und obwohl die Weltbank dieses Problem nicht alleine lösen kann, spielt sie dabei eine führende Rolle. Trotz ihres Namens ist die Weltbank in erster Linie eine internationale Entwicklungsinstitution. Kims Spezialgebiet, die öffentliche Gesundheit, ist zwar von entscheidender Bedeutung und die Bank unterstützt in diesem Bereich auch seit langem innovative Initiativen, aber öffentliche Gesundheit ist nur ein kleiner Teil des „Portefeuilles“ der Bank, die in diesem Bereich typischerweise mit Partnern zusammenarbeitet, die medizinische Expertise mitbringen.

Gerüchte deuten darauf hin, dass die USA wahrscheinlich weiterhin auf den perversen Auswahlprozess bestehen werden, der ihnen das Recht gibt, den Weltbankpräsidenten zu bestimmen. Dies einfach deshalb, weil in diesem Wahljahr die Gegner Obamas einen Verlust dieses Rechts lautstark als ein Zeichen der Schwäche interpretieren würden. Und es ist wichtiger für die USA, diese Kontrolle zu behalten als für die Schwellen- und Entwicklungsländer, sie zu bekommen.& &

Tatsächlich wissen die stärkeren unter den Schwellenländern im gegenwärtigen System zu leben und nützen es vielleicht zu ihrem Vorteil. Sie werden wohl einen Schuldschein bekommen, den sie später für etwas Wichtigeres einlösen können. Die augenblickliche Realpolitik macht einen Kampf & um die Präsidentschaft unwahrscheinlich. Amerika wird wohl die Oberhand behalten, aber zu welchem Preis?

Sollte Amerika weiterhin darauf bestehen, den Auswahlprozess zu bestimmen, würde die Bank selbst darunter leiden. Jahrelang war die Leistungsfähigkeit der Bank beeinträchtigt weil man sie teilweise als ein Werkzeug westlicher Regierungen sowie der Finanz- und Unternehmenssektoren dieser Länder betrachtete. Ironischerweise wäre auch den langfristigen amerikanischen Interessen am besten gedient, wenn man sich & – nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten –& für ein leistungsorientiertes System und verantwortungsvolle Führung engagierte.

Eine vermeintliche Errungenschaft der G-20 war ein Abkommen über Reformen in der Führung internationaler Finanzinstitutionen – und hier vor allem hinsichtlich der Auswahl des Führungspersonals. Da das Fachwissen im Bereich Entwicklung im Großen und Ganzen in den Schwellen- und Entwicklungsländern angesiedelt ist – wo man Entwicklung schließlich lebt – erscheint es natürlich, dass der Chef der Weltbank aus einem dieser Länder kommen soll. Die Weiterführung eines Ränkespiels, im Zuge dessen die USA den Weltbankpräsidenten ernennen und Europa den Chef des Internationalen Währungsfonds bestimmt, scheint heutzutage besonders anachronistisch und erstaunlich, da sich Weltbank und Währungsfonds um finanzielle Mittel an die Schwellenländer wenden

Während die USA, die internationale Gemeinschaft und die Bank selbst wiederholt die Bedeutung guter Führungspraktiken betonen, spricht die Auswahlprozedur, aufgrund derer die Ernennung de facto durch den US-Präsidenten erfolgt, diesen Beteuerungen Hohn.

Okonjo-Iweala formulierte es nachdrücklich in einem Interview mit der Financial Times: worum es geht, ist eine Frage der Heuchelei. Die Integrität der Industrieländer, die über eine Stimmenmehrheit bei der Weltbank verfügen, wird auf die Probe gestellt.

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  1. CommentedJonathan Lam

    Gamesmith94134: Whose World Bank?

    French Finance Minister Francois Baroin, have gone even further, claiming that Europe “has done its part,” and that it is now up to other countries to do theirs.

    What would Mr. Baroin expected in the outcome of the stronger Euro at 1.3 to a dollar? Since it sounds relevant to the strength of its Euros, it is the first haircut to foreigners’ currencies under the 1% bank loan credits. Does your investment lose itself through the processes of fiat Euros? Perhaps, Mr. Baroin knew the stock is coming to an adjustment, then, the other countries should dump the Stock and buy their bonds and compress 50—75% off their investment since ECB and IMF from getting their 2 trillion equity or credits for salvage the EU debts.
    Some are disgust at the déjà vu again, it is not even July; but some may reminiscent of “October” as EFSF failed to aggregate a targeted capacity again. Just after the sale in Spain’s debt failed its target sum, and Greece future is bleak, so is the PIIGS. The ECB also said the interest rate on its deposit facility would remain at 0.25 percent, and the rate on the marginal lending facility would stay at 1.75 percent. The market reacted in the credit crunch that the Dow Jones in sliding off 13000 after China stocks cut 3% to apply in its financial lookouts.

    There is a crack in the dollar at 76 to 79 the jump in Dow Jones by 20% after the 9600. Swiss banks are forced to purchase its bonds because their overloads of Euros currency that included debts and credits, some said of CDS tradeoff. I do not blame them if I saw yahoo cut 2000 employments, Best buy closed 1500 stores, Sears closed 150 stores that many may see as correction to globalization, but certainly not a recommended formula for employment. In addition, the Brazil is not bending on the inflow of US to more acquisition and merger, and BRICS is raising its criticism on the equitable currency exchange under the throw weight system of IMF. It is plainly disadvantage to their floating rate currency and high inflation with higher interest rate; when EU and FED margin its free flow of credits at 1-1.75% at high 1.3 to a dollar. It is questionable on free trade issue and equitable trade principle.

    In the last days on the Greek debts interest rate jumped and Spain’s debt came short in sale. More and more investors are questioning on the downturn on the Stock markets that I believe the credit crunch resurface in the EU banks which suffered from the contraction of the China’s growth at 7.5% from 9%, and overshadowed by its trade deficit from January; in addition, the currencies exchanges rates are shifting their compatibilities after the effects of protectionism and inflation roaming.

    Consequently, dumping of Euros is inevitable even if those debts are traded. However, the extended additional debts make the system worse than before the Bael II with lesser growth.

    Some would question if EU and US could have their 54% votes to the World Bank in choosing its chief; and US President Barack Obama’s nomination of Jim Yong Kim for the presidency of the World Bank has been well received if he intended to keep the World Bank at bay as the welfare system for the poor and desperate. But, the emerging market nations are supporting more of the World Bank, they are eager to gain controls of the financial reforms through the World Bank and the Development Banks; if only the developed nations can stop continuing aiding the poor with lesser tools to revive. Then, the future financial reforms must depend on the EU nations’ vote to overturn the coming depression with an open mind that Okonjo-Iweala brings an insider’s knowledge of the institution of strategy and execution.

    BRICS demanded the recalculation of the current currency exchange rate, and ASEAN have already developing its own mutual agreement in its 13 currencies to a standardize exchange. Somehow, IMF should find it way to correct its system to compensate when imbalance occurs as fixed rate and floating rate meets. How does its system compensate when 1.75% and 7% interest rate is being exchanged? Otherwise, the wall of protectionism is not going away.

    I see more of significant equitable value changes in US and EU even in Germany after more inflation hit and lesser growth in a downward trend after June if the assumed haircut is not reversing the debt and GDP. What else can the developing nations do if their accomplishment is not apt to those are floating with a weight fixed to their central banks? It may not be contagion but sinking to the bottom in depression to a new start is not other countries have in their mind.

    Mr. Mohamed A. El-Erian gave the best descriptions on Europe’s decision last week to bolster its internal financial firewalls, these steps are, the recent tranquility has been more borrowed than earned.

    May the Buddha bless you?

  2. CommentedKir Komrik

    Thank you for the great article.

    USG should do two things in tandem:
    1.) do whatever it can to retain as much control as it can over the World Bank (and thus continue to control the WB Presidency)
    2.) use its overwhelming global influence to promote global constitutionalism; specifically, General Federalism which you can read about at kirkomrik.wordpress.com

    - kk

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