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Die Abkehr von der makroökonomischen Politik

BERKELEY: Ein verstörender Aspekt des Studiums der Wirtschaftsgeschichte ist, wie Dinge, die in der Gegenwart passieren, die Vergangenheit verändern – oder zumindest unser Verständnis der Vergangenheit. Seit Jahrzehnten habe ich meine Studenten voller Überzeugung den Aufstieg von Regierungen nahe gebracht, die Verantwortung für den Zustand der Wirtschaft übernehmen. Doch die politische Reaktion auf die Große Rezession hat die Art und Weise verändert, wie wir über dieses Problem nachdenken sollten.

Vor dem Ersten Weltkrieg – und noch mehr vor dem Zweiten Weltkrieg – betrachteten es die Regierungen sich nicht als ihre Aufgabe, während eines Konjunkturabschwungs die Arbeitslosigkeit möglichst gering zu halten. Dafür gab es drei Gründe, die zum Ende des Zweiten Weltkrieges alle hinfällig waren.