Friday, August 1, 2014
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Die nächste Industrielle Revolution

NEW YORK – Ein neues globales Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels wird nicht nur die Wirtschaftstätigkeit beleben, sondern ist entscheidend, um nachhaltiges Wachstum für die Weltwirtschaft zu erzielen.

Während die globale Klimakonferenz in Kopenhagen im kommenden Dezember näherrückt, sind weite Teile der Debatte mit den vermeintlich widersprüchlichen Interessen von großen Unternehmen und dem Klima befasst. Diese Auseinandersetzung basiert auf der Vorstellung, dass Unternehmen Veränderung nicht mögen und ganz besonders keine Veränderung, die durch Regierungspolitik oder Regulierung herbeigeführt wird.

Das ist ein schwerwiegender Irrtum und unterschätzt zudem den Ernst der Entscheidungen, die uns als Unternehmer und Bürger bevorstehen.

Geschäfte florieren durch Veränderung. Die großen Unternehmen von heute waren einst eine Handvoll Leute, die erkannten, dass sich eine Gelegenheit bot, eine neue Nachfrage, die größer werden würde, eine Veränderung, die etwas Neues ermöglicht.

Viele Möglichkeiten sind durch neue Technologien entstanden, vom Verbrennungsmotor bis zum Mikrochip. Einige davon wurden durch Nachfrage beflügelt, so etwa bei der Nahrungsmittelproduktion, und viele der revolutionärsten Entwicklungen wurden durch eine gut durchdachte Regierungspolitik gefördert, wie etwa der Bau von Eisenbahnen und die rasante Entwicklung der mobilen Telefonie. Wenn diese drei Kräfte miteinander im Einklang stehen, beschleunigen sich der wirtschaftliche Wandel und auch das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Wohlstand.

Für eine wesentliche Verlagerung in der Wirtschaft sind alle drei Kräfte erforderlich. Die landwirtschaftliche Revolution, die Industrielle Revolution und die technologische Revolution boten allesamt Riesenchancen und Regierungen haben jedes Mal eine Schlüsselrolle gespielt, indem sie rasch reagierten und die politischen Strukturen zur Förderung dieser Veränderungen schufen.

Als nächstes ist die kohlenstoffemissionsarme Revolution an der Reihe. Auf aller Welt entstehen bereits neue Unternehmen, die mit kohlenstoffarmen Lösungen für die Energieerzeugung und -nutzung befasst sind, angefangen bei Glühbirnen bis hin zum Transport; diese Firmen befinden sich jedoch noch in der Pionierphase.

Um eine gewisse Sicherheit zu schaffen und Investitionen in einer Größenordnung zu erreichen, die notwendig sind, um einen bedeutenden wirtschaftlichen Richtungswechsel herbeizuführen, muss sich die Wirtschaft darüber im Klaren sein können, dass politische Führungsköpfe sowohl aus Industrienationen als auch aus Entwicklungsländern hinter diesem Richtungswechsel stehen. Untätigkeit oder Verzögerung hätten nicht nur verheerende Auswirkungen für das Klima, sondern auch für die Wirtschaft.

Mit einem klaren Bekenntnis zur kohlenstoffemissionsarmen Revolution können Unternehmen auf aller Welt, ob klein oder groß, mit Zuversicht im Wettbewerb stehen, mit Gewissheit investieren und den Maßstab und die Innovationen forcieren, die erforderlich sind, um die Veränderungen herbeizuführen, die wir erreichen müssen. So werden Arbeitsplätze geschaffen, Investitionsmöglichkeiten entstehen und der Industrie werden sich neue Wege eröffnen.

Dieses Bestreben setzt erhebliche Investitionen voraus, nicht zuletzt in die Entwicklung der Infrastruktur in Industrieländern wie auch in den Entwicklungsländern. Im Grunde bedeutet es eine Veränderung der Art und Weise, wie wir investieren und eine neue Ausrichtung der Wirtschaft, damit wir auf dem Weg einer kohlenstoffarmen Entwicklung nachhaltig wachsen können.

So können Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz allein in den USA über eine Billion Dollar einsparen und dabei die Schaffung von Arbeitsplätzen und kurzfristiges Wachstum beflügeln, was die Konjunkturerholung unterstützt und für den wirtschaftlichen Anreiz sorgt, der notwendig ist, um Investitionen in die kohlenstoffarme Energieerzeugung und -nutzung zu beschleunigen.

Im Einzelnen kann ein globales Abkommen in Kopenhagen drei Dinge für die Wirtschaft tun:

1.      Ein klares Bekenntnis zu Emissionsminderungszielen in den Industrienationen und in den Entwicklungsländern, um Investitionen in Technologie und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu beflügeln.

2.      Ein klares Bekenntnis zur globalen Gestaltung des CO²-Preises, die es Unternehmen ermöglicht zuversichtlich und in der erforderlichen Größenordnung zu investieren.

3.      Eine Vereinbarung, die durch eine Mischfinanzierung aus öffentlichen und privaten Mitteln die notwendige Infrastruktur fördert, um eine Verlagerung hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu erreichen.

Wenn diese drei einfachen Grundsätze den Kern einer globalen Vereinbarung bilden, die in Kopenhagen unterzeichnet wird, kann dieses Abkommen den Startschuss für die neue Industrielle Revolution abgeben, die kohlenstoffarme Revolution, und so bedeutendes Wachstum erzeugen, Arbeitsplätze schaffen und auf aller Welt für wirtschaftliche Entwicklung sorgen.

In dieser Zeit der Turbulenzen auf den Finanzmärkten, muss ein globales Abkommen in Kopenhagen die Führungsköpfe weltweit in einer ausdrücklichen, eindeutigen Botschaft an die Wirtschaft einen: Folgt dem Weg der kohlenstoffarmen Entwicklung, wir werden euch voll und ganz unterstützen.

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