Tuesday, October 21, 2014
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Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten für 2013

NEW YORK – Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr ähnlichen Bedingungen ausgesetzt sein wie bereits 2012. Hier gibt es keine Überraschungen: ein weiteres Jahr mit einem durchschnittlichen weltweiten Wachstum von etwa 3% und mit sehr unterschiedlichen Erholungsraten – in den Industriestaaten wird das Wachstum unterdurchschnittliche 1% betragen, und in den Entwicklungsländern etwa 5%. Aber es gibt auch ein paar wichtige Unterschiede.

Die meisten hochentwickelten Volkswirtschaften werden weiterhin darunter leiden, Schulden und Fremdkapital abbauen zu müssen, was das Wirtschaftswachstum bremst. Aber nicht nur die Peripherie der Eurozone und Großbritannien müssen dieses Jahr sparen, sondern auch viele andere Industrieländer. Die Sparmaßnahmen greifen auf den Kern der Eurozone, die Vereinigten Staaten und andere Industrienationen über (mit Ausnahme von Japan). Angesichts synchron verlaufender Haushaltskonsolidierungen in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften könnte ein weiteres Jahr mäßigen Wachstums in einigen Ländern zu einer echten Depression führen.

Angesichts anämischen Wachstums in den meisten Industrieländern wurde die Rallye bei riskanten Vermögenswerten, die in der zweiten Hälfte von 2012 begann, nicht von verbesserten Fundamentaldaten, sondern von neuen Runden einer unkonventionellen Geldpolitik angetrieben. Die meisten Zentralbanken der Industriestaaten – die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve der USA, die Bank von England und die Schweizer Nationalbank – haben in irgendeiner Form quantitative Erleichterungen durchgeführt, und wahrscheinlich leistet ihnen dabei nun die Bank von Japan Gesellschaft, die von Premierminister Shinzo Abes neuer Regierung zu unkonventionelleren Maßnahmen angetrieben wird.

Darüber hinaus sind einige Risiken erkennbar. Zuerst einmal hat sich Amerika durch seinen Mini-Steuerhandel nicht völlig von der Fiskalklippe lösen können. Früher oder später wird es wieder einen Kampf um die Schuldenobergrenze geben, und eine „Resolution für weitere Ausgaben“ des Kongresses (eine Vereinbarung, die es der Regierung ermöglicht, auch ohne ein Gesetz zur Mittelzuweisung handlungsfähig zu bleiben). Die Märkte könnten durch ein weiteres fiskales Abenteuer verunsichert werden. Und sogar die aktuelle Mini-Einigung wird zu einer deutlichen Belastung – von etwa 1,4% des BIP – für eine Volkswirtschaft führen, die in den letzten Quartalen lediglich 2% gewachsen ist.

Zweitens haben die Maßnahmen der EZB zwar die Risiken in der Eurozone – des Austritts von Griechenland und/oder des Verlusts des Marktzugangs für Italien und Spanien – reduziert, aber die fundamentalen Probleme der Währungsunion wurden nicht gelöst. Zusammen mit politischer Unsicherheit werden sie in der zweiten Jahreshälfte mit voller Wucht zurückkehren.

Der Normalzustand für Europa bleibt Stagnation und Rezession – was durch fiskale Sparmaßnahmen, einen starken Euro und eine Fortsetzung der Kreditklemme noch verstärkt wird. Infolgedessen bleiben große – und langfristig unhaltbare – öffentliche und private Schulden bestehen. Darüber hinaus werden, sollten keine aggressiveren Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unternommen werden, angesichts alternder Bevölkerungen und geringen Produktivitätswachstums die potenziellen Erträge einbrechen, und der private Sektor wird keinen Grund sehen, die chronischen Leistungsbilanzdefizite zu finanzieren.

Drittens musste China zur Finanzierung eines unausgeglichenen und untragbaren Wachstumsmodells auf Grundlage exzessiver Exporte, Anlageinvestitionen, hoher Sparquoten und geringem Konsum eine weitere Runde monetärer, fiskaler und kreditwirtschaftlicher Stimuli einläuten. In der zweiten Jahreshälfte werden sich die Investitionspleiten bei Immobilien, Infrastruktur und Industriekapazitäten weiter beschleunigen. Und da die neue – konservative, abwägende und konsensorientierte – Führung die Reformen, die zur Steigerung von Haushaltseinkommen und zur Verringerung der Sparquoten nötig sind, wahrscheinlich nicht vorantreiben wird, wird der Anteil des Konsums am BIP nicht schnell genug steigen, um dies auszugleichen. Also wird das Risiko einer harten Landung zum Ende dieses Jahres hin steigen.

Viertens lässt in vielen Schwellenländern – wie den BRICs (Brasilien, Russland, Indien und China) und anderen – das Wachstum nach. Der Kern des Problems liegt im „Staatskapitalismus“ dieser Länder – bei einflussreichen Staatsbetrieben, noch einflussreicheren staatlichen Banken, Ressourcennationalismus, Importsubstitutionsindustrialisierung, Finanzprotektionismus und der Steuerung ausländischer Direktinvestitionen. Ob sie Reformen durchführen, um den Anteil des privaten Sektors am Wirtschaftswachstum zu steigern, bleibt abzuwarten.

Und schließlich sind ernste geopolitische Risiken erkennbar. Der gesamte Nahe Osten – vom Maghreb bis nach Afghanistan und Pakistan – ist in sozialer, wirtschaftlicher und politischer Hinsicht instabil. Der Arabische Frühling entwickelt sich zu einem Arabischen Winter. Während ein offener, militärischer Schlagabtausch zwischen Israel und den USA auf der einen Seite und dem Iran auf der anderen immer noch unwahrscheinlich ist, wird deutlich, dass die iranische Führung nicht durch Verhandlungen und Sanktionen von der Entwicklung der Atombombe abgehalten werden kann. Angesichts dessen, dass Israel langsam die Geduld verliert und nicht bereit ist, die nukleare Bewaffnung des Iran zu akzeptieren, wird die Kriegsgefahr steigen. An den Ölmärkten könnte das Öl um einen Angstaufschlag von 20% teurer werden, was negative Effekte auf das Wachstum in den USA, Europa, Japan, China, Indien und allen anderen Öl importierenden Industrie- und Schwellenländern haben wird.

Auch wenn die Gefahr, dass alle diese Risiken in ihrer schwersten Form eintreten, gering ist, könnte jedes einzelne von ihnen ausreichen, die Weltwirtschaft zu lähmen und in eine Rezession zu stürzen. Und wenn auch nicht jede dieser Gefahren extreme Ausmaße annehmen wird, so sind sie doch alle in gewisser Form bereits sichtbar oder absehbar. Zu Beginn des Jahres 2013 sind die Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft auf dem Vormarsch.

Aus dem Englischen von Harald Eckhoff

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  1. CommentedSimon Edwards

    All sensisble intelligent musings on the downsized risks -but part of the risk never outlined by economists is"the self fulfilling prohecy" - economists and forecasters as well as the media focus too much on the possibe downside and very little on the potential upside. Afterall being right in the new world culture of finance with regards to optimisim is terribly unfashionable. We only hear of economists in the past 7 years who predicted "the tech bubble" "the housing crisis" " the credit crisis" and so on. indeed in the press their names are often followed by "he who correctly predicted the xxx crisis". These forecasters set a tone, a tone which i feel spreads a contagion of fear rippling through the wider financial markets - this prevents mum and dad moving house, banks lending to business, governments investing into infrastrcuture. A pervasive culture of fear irrationaly takes hold, which is then fuelled by negative sentiment. fundamentals are fundamentals but human emotion can change momentum more than any form of credit easing can. To dao that we need to look more are the upside and limit the volume - we know bad news sells and correct domesday perfect storm prjections make economists famous overnight - but even a stopped cock is right twice a day - call it enough and it might well happen. Where i work in london its the first year in a long time we have come back to work with some sense of optimisim, we are aware of the risks, what we are trying to do is promote the opportunities. Mr Roubini, i would ask for you to examine the fundamentals and to counter this article with your reasons to be optimistic - if we really cant find any at all then perhaps we should draw up the bridge, man the battlements and await the prohecy that is yet again financial armageddon

  2. CommentedVictor Morris

    Painful deleveraging might counterballance inflation. What to watch is the change in the petrodollar arrangement.

  3. CommentedTimothy Williamson

    These are good points Nouriel. My concern is that we are not looking forward with a long range purpose or vision, but are rather expending energy de-constructing currnet and recent historical problems. This is all very good, but when we put the pieces back together after de-construction, we tend to do so linerarly. The economy though is complex and non-linerar and requires a metacognitive shift in thinking.

    Though I agree that there is a need to study systemic patterns, as our world becomes more and more interconnected beyond traditional borders the need also increases for a big visionary purpose or project toward which vast segments of our GLOBAL society can direct effort and energy.

    Recently, I did a study on three big projects from the past to look for common characteristics. Those three projects were the Panama Canal, the Manhattan Project, and Kennedy's Landing a man on the Moon project. There are two parts. The first part linked here is presentation. The second part is the full report linked in the presentation.

    http://bit.ly/XS6M8C Human Complexity-Creating Sustainable Local Growth

    Thanks!
    Tim Williamson
    tim@williamsoncontracting.biz

  4. Portrait of Pingfan Hong

    CommentedPingfan Hong

    Another piece quite consistent with the title you have earned. Nevertheless, I am wondering about the consistency between your analysis of the economic woes in developed economies and your analysis of the problems in emerging economies. In the former, you seem to blame the free market, or a lack of more fiscal stimulus for the anaemic growth, while in the latter, you criticize strong government intervention in emerging economies. No one is Doing a correct thing. In your view, can the world do something right at all?

  5. CommentedYK Chang

    Very thoughtful article! Risks are shown from the US, Europe, China, to Middle East and other emerging economies. The problem, I think, is where to find growth. Without it, the world economy will go around vicious cycle form debt to quantitative easing. We're in a very thick mist, dismayed at economic failure, let alone political failure. Whenever we face confusion, we need to rely on history, where we can find some hints and sigh with a little relief that such a calamity always happens, but humankind always find a way to circumvent it. It's time to pull ourselves up and remind ourselves that "we can do it". Hit the road to find "HOW"

      CommentedTimothy Williamson

      @YK Chang - Here's a way toward a better more prosperous and peaceful future in a hyper-connected world http://bit.ly/XS6M8C

      Thanks!

      Tim Williamson
      tim@williamsoncontracting.biz

      CommentedLuke Ho-Hyung Lee

      @YK Chang - Could I suggest you see this article for "HOW"? http://www.huffingtonpost.com/hohyung-/hidden-flaw-holding-back_b_2218943.html

  6. Commenteddonna jorgo

    reading your article i have to say ..USA problem after president B.H. OBAMA SWERE IN WHITE HOUSE all the MIDDLE EAST oil will be to USA.profit.
    EU have political problem and i think will continue for long time because UK are right for the long term economic truble EU have .
    JAPAN is one country with ''synithia'' inflation long term too.
    IF the economu will fix with this ''RITHMO'' i have to believ in MIRACLE .
    Israel is not the only state who IS NOT AGREE with NUCLEAR TO IRAN ..
    JEWISH STATE is very strong and because others trying to have up hand ..
    about the economic situation in global i am agree with you
    I THINK structura economice is in phase for change and this is important will take time with pain for the poor people ..(dead) and pain for the middle class people (in hospital)
    thank you

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