Saturday, August 23, 2014
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Nachhaltige Humanität

ADDIS ABEBA: Nachhaltige Entwicklung bedeutet, wirtschaftliches Wachstum zu erreichen, das weithin geteilt wird und die lebenswichtigen Ressourcen der Erde bewahrt. Unsere aktuelle Weltwirtschaft jedoch ist nicht nachhaltig; der wirtschaftliche Fortschritt geht an mehr als einer Milliarde Menschen vorbei, und die Umwelt unseres Planeten erleidet schreckliche Schäden durch die menschlichen Aktivitäten. Nachhaltige Entwicklung erfordert die Mobilisierung neuer Technologien, die durch gemeinsame soziale Werte geleitet werden.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat zu Recht erklärt, die nachhaltige Entwicklung stehe ganz oben auf der globalen Tagesordnung. Wir stehen am Beginn einer neuen, gefährlichen Zeit, in der eine riesige, weiter wachsende Bevölkerung im Zusammenspiel mit hohem wirtschaftlichen Wachstum katastrophale Auswirkungen auf Klima, Artenvielfalt und die Trinkwasserreserven der Erde zu haben droht. Die Wissenschaftler bezeichnen diese neue Zeit – in der die Menschen die Hauptursache der physischen und biologischen Veränderungen der Erde geworden sind – als Anthropozän.

Das Sachverständigengremium zur globalen Nachhaltigkeit des UNO-Generalsekretärs (Global Sustainability Panel; GSP) hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der einen Rahmen für nachhaltige Entwicklung skizziert. Das GSP weist darin zu Recht darauf hin, dass nachhaltige Entwicklung auf drei Säulen beruht: der Beseitigung der schlimmsten Armut, der Beteiligung aller – einschließlich der Frauen, jungen Menschen und Minderheiten – am Wohlstand und dem Schutz unserer natürlichen Umwelt. Man kann dies als die wirtschaftliche, soziale und ökologische Säule oder einfach als „Triple Bottom Line“ nachhaltiger Entwicklung bezeichnen.

Das GSP hat die weltweiten Staats- und Regierungschefs aufgefordert, eine neue Gruppe nachhaltiger Entwicklungsziele zu verabschieden, die uns helfen können, ab 2015 – dem Zieldatum für das Erreichen der Millenniumziele – globale Strategien und Maßnahmen zu gestalten. Während sich die Millenniumziele auf die Verringerung der schlimmsten Armut konzentrieren, werden diese neuen Ziele auf alle drei Säulen nachhaltiger Entwicklung ausgerichtet sein: auf die Bekämpfung schlimmster Armut, die Beteiligung der gesamten Gesellschaft an den Vorteilen wirtschaftlicher Entwicklung und den Schutz unseres Planeten.

Es ist natürlich eine Sache, Ziele für die nachhaltige Entwicklung aufzustellen, und etwas völlig anderes, sie zu erreichen. Das Problem wird deutlich, wenn man eine zentrale Herausforderung betrachtet: den Klimawandel. Es gibt heute sieben Milliarden Menschen auf unserem Planeten, und jeder davon ist für die Freisetzung von durchschnittlich gut vier Tonnen CO2 jährlich in die Atmosphäre verantwortlich – wenn wir Kohle, Öl und Gas verbrennen, um Strom zu erzeugen, wenn wir Auto fahren oder wenn wir unsere Häuer beheizen. Insgesamt gibt die Menschheit rund 30 Milliarden Tonnen CO2 jährlich in die Atmosphäre ab – genug, um das Klima innerhalb weniger Jahrzehnte drastisch zu verändern.

Bis 2050 wird es vermutlich mehr als neun Milliarden Menschen geben. Falls diese Menschen reicher sind als heute (und daher pro Person mehr Energie verbrauchen), könnten sich die Gesamtemissionen weltweit verdoppeln oder gar verdreifachen. Dies ist ein Riesendilemma: Wir müssen weniger CO2 produzieren, sind jedoch weltweit dabei, unseren Emissionen deutlich zu steigern.

Wir sollten uns über dieses Szenario Gedanken machen, denn wenn wir unseren gegenwärtigen Kurs steigender globaler Emissionen beibehalten, wird dies fast mit Sicherheit Milliarden von Menschen in Chaos und Leid stürzen, die dann von einem wilden Strom von Dürren, Hitzewellen, Hurrikanen usw. heimgesucht werden. Wir haben in den letzten Jahren bereits den Beginn dieses Elends miterleben können: mit einer Serie verheerender Hungersnöte, Überflutungen und anderer klimabedingter Katastrophen.

Wie also kann die Weltbevölkerung – wie können insbesondere die Armen – von mehr Strom und mehr Zugang zu modernen Transportmitteln profitieren, aber auf eine Weise, die den Planeten rettet, statt ihn zu zerstören? Die Wahrheit ist, dass das nicht geht – sofern wir die Technologien, die wir nutzen, nicht drastisch verbessern.

Wir müssen Energie sehr viel intelligenter nutzen und zugleich von fossilen Brennstoffen auf kohlenstoffarme Energiequellen umstellen. Derart entschiedene Verbesserungen sind mit Sicherheit möglich und wirtschaftlich realistisch.

Man denke etwa an die mangelnde Energie-Effizienz eines Autos. Wir bewegen derzeit rund 1000 bis 2000 kg an Technik, um eine oder ein paar Personen zu transportieren, von denen jede etwa 75 kg wiegt. Und wir tun dies mittels eines Verbrennungsmotors, der nur einen kleinen Teil der durch das Verbrennen des Benzins freigesetzten Energie nutzt. Der Großteil der Energie geht als Abwärme verloren.

Wir könnten daher unsere CO2-Emissionen enorm verringern, indem wir auf kleine, leichte, batteriebetriebene Fahrzeuge umstellen, die mittels hocheffizienter Elektromotoren angetrieben und durch eine kohlenstoffarme Energiequelle wie Solarstrom aufgeladen werden. Noch besser wäre dabei, dass wir durch Umstellung auf Elektrofahrzeuge modernste Informationstechnologie nützen könnten, um diese intelligenter zu machen – intelligent genug, um sich mittels moderner Datenverarbeitungs- und Ortungssysteme selbst zu steuern.

Die Vorteile von Informations- und Kommunikationstechnologien sind in allen Bereichen menschlicher Aktivität erkennbar: bei einer besseren Landwirtschaft, bei der GPS-Systeme und die Mikrodosierung von Dünger zum Einsatz kommen, bei der Präzisionsfertigung, bei Gebäuden, die wissen, wie Energie am wirtschaftlichsten genutzt wird, und natürlich bei der transformativen, Entfernungen verschwinden lassenden Kraft des Internets. Mobiles Breitband verbindet schon heute die entlegensten Dörfer im ländlichen Afrika und Indien mit der übrigen Welt und verringert so die Notwendigkeit, zu reisen, erheblich.

Bankgeschäfte werden heute über das Telefon getätigt, und dasselbe gilt für einen wachsenden Anteil medizinischer Diagnoseverfahren. Elektronische Bücher werden direkt auf Handheld-Geräte aufgespielt und machen Buchhandlungen, Fahraufwand und die Zellstoff- und Papierverarbeitung gedruckter Bücher unnötig. Auch die Bildung spielt sich zunehmend online ab und wird bald Schülern überall auf der Welt eine erstklassige Ausbildung ermöglichen – wobei die Grenzkosten für die Aufnahme eines weiteren Studenten bei nahezu null liegen.

Doch von dort, wo wir heute stehen, zu einer nachhaltigen Entwicklung zu gelangen, ist nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch der Marktanreize, staatlichen Regulierung und öffentlichen Unterstützung von Forschung und Entwicklung. Noch grundlegender freilich als politische Strategien und staatliche Steuerung ist die Herausforderung an unsere Werte. Wir müssen uns unseres gemeinsamen Schicksals bewusst werden und die nachhaltige Entwicklung als gemeinsames Bekenntnis zu einem anständigen Leben heute und in Zukunft verinnerlichen.

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  1. CommentedKen Peterson

    After reconsidering my statement of a couple of weeks ago, I've embarrassed myself. If I complain about a lack of vision, I should give an example. OK...

    As we look with foreboding at the inevitable leadership of the Chinese economy, still we favorably compare patents, innovation, entrepreneurship as well as Chinese-American point guards. Possibly it's time for us to use our ingenuity, skip a step and move on to the latter 21st Century.

    We know what we're facing: 2.8% economic growth -25 year doubling- over 300 years is 4000%+-. Economic growth seems to be tied to a growth in consumption of energy. Agricultural growth is tied to non-renewable petroleum products and water. Many of our most fundamental economic components -housing, for instance- are tied to other non-renewables on a small planet; space.

    One thing that we will inevitably do is move our economy from industries tied to consumption of non-renewables, to recyclables. Products will be designed to be remelted and pumped out in the newer fashion. Some products made for a lifetime's use- cradle to grave wedding gifts.
    Services rather than products: education, entertainment, information. Smith, Marx, and Keynes all looked to the time we had a sufficiency of 'stuff', and eliminated poverty by passing the 'stuff' around. Then, we could all work 30 hour weeks. Possibly spend the rest of our time writing poetry or engaged in orgy's. Sad to say, I'll probably opt for poetry.

    We know it's coming- the end of consumption. Any 6th grader can do the math. If we get ahead of it, this silly leadership thing can be resolved.

  2. CommentedSandee Roberts

    I totally agree that we all need to understand our shared fate and I am commitment to decency for all human beings.

    The world situation is changing rapidly, and I think we are in need of an integral method of educating humanity so everyone will be prepared for the many changes coming our way.

    Unemployment is on the rise, and hundreds of millions of people who will lose work because the crisis will destroy all the industries that are not vitally important. What will the people do who produced what no one needs any longer? http://www.shadowstats.com/

    We are also seeing that protest movements are growing due to the Internet, with all our mutual communications and influence on each other. All humanity, from the ordinary citizens to their governments, is interested in bringing this process under their control and preventing its development. All our modern weapons plus the unpredictable future events can lead us to such disastrous results.

    In order for us to prevent all kinds of disasters, civil or even world wars, we need to think in advance about global, integral upbringing of the majority of the population.

  3. CommentedSandee Roberts

    Thank you for this article.

    I believe that it is impossible to achieve any sustainable development between peoples without mutual responsibility.


    There are many various methods and plans, but they are totally incapable of being compared to each other. No one has the answer to this question because it is impossible to achieve any solution between peoples without first seeing everyone as one family.

    I think a sustainable development would look something like a round table where everyone, like a family, discuss common problems and you would feel that everyone is equally close to you. Only then could we begin to distribute our common pie and solve the problems between us, only together with each of us and consulting each other and taking all our opinions into consideration. Are we really ready for this? Probably not! But we see that we are all being pushed in this direction. We are discovering that there is no other way to find the answers, because the real issue lies between our relationships with each other.

    How can we achieve equality between us? How can we balance these two parts of humanity? The poor, do you not want the rich? The rich, do you see that you can no longer control anything? But you, the rich enjoy managing and gaining much pleasure from the money in your bank account, but now you are in suffering because there are less zeroes there. The continually increasing gains approach is not benefiting society as a whole, so the question I have for you is can society give something else instead of money? Is money the only thing that satisfies all of humanity in today's world?

      CommentedSandee Roberts

      I have read the "new report" and greatly appreciate it's approach! Thank you.

  4. CommentedMary Kay Plantes

    As an economist, I am familiar with the arguments for specialization and trade. But, as I look at how the world is evolving, I wonder if we would be better off with less trade, reducing transportation emissions and only trading that which is essential e.g., precious minerals or agricultural plants and advice that help a poor nation grow more food. I was in China for the first time and saw how terrible its pollution is (e.g., airports closed as pl=ilots cannot see through small particle emissions which are the most damaging kinds) due to using archaic coal plant technology. Would not a buy local world, with China shifting to domestic production be better net net for the environment and poor people in need of work? Would appreciate your perspectives. It's been a long while since my international course. At a minimum, I think China with its foreign currency wealth should be held to higher environmental standard to be part of WTO.

  5. CommentedKen Peterson

    I wonder if this organization is run by the same people who structured the Obama administration? You don't know 'how' or 'where' to find answers to humanities problems. Then, like the blind pig, having found an acorn, you don't know 'what' to do with it.
    There is a 'degree of complexity' inherent in the structure of any organization implying the overall capability of the organization. This is an organization of talkers and thinkers involved in advancing the cause of talking and thinking.
    The foolish world admires the ineffectual thinker while scorning the man with the hammer in his hand.

      CommentedGreg Ivanov

      "This is an organization of talkers and thinkers involved in advancing the cause of talking and thinking." How true!

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