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China Stands Up

Thaksin und die Lehren aus Hongkong

Sin-ming Shaw

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2008-03-03

HONGKONG – Der ehemalige thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra war sehr liebenswürdig, als er sein Exil in Hongkong beendete: „Mein herzlicher Dank geht an Hongkong, weil es mich aufgenommen hat. Hongkong ist eine Stadt, in die ich jederzeit gerne zurückkehren würde.“

Wenn Thaksin ehrlich ist, könnte er Thailand einen Dienst erweisen, indem er ein paar der bewundernswerten Tugenden seiner Gaststadt mit zurückbringt. Zwei davon stechen hervor: eine weithin korruptionsfreie, effiziente, transparente und verantwortungsvolle Regierung sowie eine offene und wettbewerbsfähige Wirtschaft.

Selbstverständlich ist Hongkong keineswegs vollkommen: Die Politik und Sitten des chinesischen Festlands infizieren die Insel langsam. Trotzdem setzte Transparency International, die wichtigste Organisation zur Korruptionsbekämpfung weltweit, Hongkong 2007 auf den 14. Platz auf der Liste der saubersten Gesellschaften.

Von 2001, als Thaksin zum ersten Mal Premierminister wurde, bis zur Militärherrschaft 2007 fiel Thailands Korruptionsbewertung von einem ohnehin bereits niedrigen 61. Platz auf Rang 84, womit das Land in derselben Liga spielt wie Gabun und Swasiland, zwei Länder, die für ihre brutalen und korrupten Machthaber bekannt sind, welche die Rechte ihrer Bürger regelmäßig mit Füßen treten.

Thailands öffentlicher Sektor wurde in der Geschichte häufig von Militärputschen heimgesucht, die bis auf wenige Ausnahmen von inkompetenten Generälen und Zivilisten durchgeführt wurden, die mit Herablassung gegenüber den Menschen regieren, die sie bezahlen, um ihr Amt auszuüben. Staatliche Rechenschaftspflicht, Regierungstransparenz und offizielle Integrität bleiben meistens bloße Schlagwörter.

Thailand wurde einst als zukünftiger „asiatischer Tiger“ gehandelt. Keine der vier „Tigerwirtschaften“ – Singapur, Hongkong, Taiwan und Südkorea – war so sehr mit natürlichen Ressourcen und fruchtbarem Boden gesegnet. Und im Gegensatz zu Thailand hatten sie alle unter Krieg oder internen Querelen gelitten. Dennoch offenbart selbst die oberflächlichste Analyse die riesige Kluft zwischen ihrer Wirtschaftsleistung und der Thailands in den letzten 50 Jahren.

Die Ursache liegt auf der Hand: Die mangelhafte Staatsführung in Thailand. Während eine relativ kleine unternehmerische, militärische und politische Elite die Regierungsgeschäfte Thailands – oft zynisch und manchmal inkompetent – schlecht führte, gelang es anderen asiatischen Ländern mit selbstloseren und kompetenteren Beamten, ihre Wettbewerbsnische in der modernen Welt zu finden. Ein Großteil Asiens, darunter auch China, hat sich darauf konzentriert, die Herausforderung der Globalisierung anzunehmen, während Thailands Elite die Wirtschaft des Landes beschützt hat, um ihren eigenen Interessen zu dienen.

Bei den alljährlichen Länderrankings der Heritage Foundation, in denen bewertet wird, wie frei und wettbewerbsfähig die Wirtschaft des jeweiligen Landes ist, schneidet Thailand daher in der Regel nicht besonders gut ab. 2007 gelangte Thailand auf Platz 54, Hongkong und Singapur schnitten dagegen mit einem ersten bzw. zweiten Platz ab. Taiwan landete auf Platz 25 und Korea auf Platz 41.

Koreas relativ schlechtes Abschneiden rührt aus der Einbeziehung Nordkoreas. Doch sind mehrere südkoreanische Unternehmen, wie beispielsweise Samsung und Hyundai, zu weltweit bekannten Namen geworden, die erfolgreich mit weit stärker etablierten Marken wie Sony und Honda konkurrieren.

Tatsächlich hat Südkorea gezeigt, wie ein armes Land ohne Bodenschätze zu einem Wirtschaftsland der Weltklasse aufsteigen kann. China befand sich vor 30 Jahren ganz am Ende der Rangliste, wird Thailand jedoch bei seinem derzeitigen Tempo bald überholen. In verschiedenen Schlüsselsektoren, z. B. bei Finanzdienstleistungen und im Einzelhandel, ist China bereits offener als Thailand. Die Qualität der chinesischen Straßen und Telekommunikation stellt Thailands unebene, mangelhaft instand gehaltene Straßen und seine langsamen und teuren Internetdienste in den Schatten.

Ebenso hat China drei seiner Universitäten als baldige Anwärter für die Liste der zehn besten Universitäten der Welt ausgewählt. Ohne hochwertige Bildung kann es keine hochwertigen Arbeitskräfte geben, und ohne diese kann kein Land hoffen, in einer Welt mitzuhalten, in der die Globalisierung unaufhaltsam voranschreitet. Zu diesem Zweck investiert die Regierung staatliches Kapital, während wohlhabende Absolventen im Stil amerikanischer „Ehemaligen-Spender“ private Gelder einfließen lassen.

Im Gegensatz dazu scheint Thailands Regierung und lokale Elite sich damit zufrieden zu geben, ein provinzielles Land zu bleiben, das vom globalen Wettbewerb in Wissenschaft und Technologie abgeschirmt bleibt. Ausländische Arbeitgeber sind von der schlechten Qualität des thailändischen Bildungssystems entsetzt, zumal die Abgänger über geringe Fremdsprachenkenntnisse und kaum analytische Fähigkeiten verfügen.

Wettbewerb ist kein Nullsummenspiel. Die Erfolge von Hongkong, Singapur, China und Südkorea sollten wirkungsvoll daran erinnern, dass Thailand über großes Potenzial verfügt, wenn seine Eliten nur aufhören würden, sich wie verwöhnte Kinder aufzuführen, die ein Spiel spielen, bei dem nur sie selbst gewinnen dürfen.

Thaksin verfügt über außergewöhnliche Qualifikationen, um Thailand zu dienen. Er gehört zu den wenigen Politikern des Landes, die etwas von Ökonomie verstehen und wissen, wie man die Regierung zum Wohle der Öffentlichkeit einsetzt.

In seinem neuen Leben als „Nichtpolitiker“ kann Thaksin vielen seiner geschäftlichen und politischen Freunde deutlich machen, dass sie einen neuen Kurs für Thailand einschlagen müssen; einen Kurs, der dem Land helfen würde, so etwas wie ein „Tiger“ zu werden. Oder er kann die Geschichte noch härter über sich richten lassen. Er hat die Wahl.

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AUTHOR INFO

Sin-ming Shaw is a former visiting scholar of history at Oxford and Harvard. He also writes a blog: sinmingshaw.blogspot.com.