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Handel: der Weg aus der Krise

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2009-11-20

GENF – Der Welthandel ist 2009 so stark geschrumpft, wie wir es seit der Großen Depression nicht mehr erlebt haben, und die Menschen, die dafür den höchsten Preis bezahlen, sind diejenigen, die es sich am wenigsten leisten können. Beim Treffen der Handelsminister der 153 Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation in Genf Ende des Monats wird deshalb die Frage, wie die WTO und das globale Handelssystem den ärmsten Ländern helfen können, weit oben auf der Tagesordnung stehen.

Vor allem aufgrund der einbrechenden Binnennachfrage und Produktionsmengen, aber auch wegen des Mangels an erschwinglicher Handelsfinanzierung wird das Handelsvolumen in diesem Jahr um über 10 % fallen. Ob der Handel sich nächstes Jahr erholt, ist eine offene Frage. Trotz einiger Hinweise darauf, dass die Handelsvolumen während des Sommers gestiegen sind, ist die Erholung ungleichmäßig verlaufen und so zerbrechlich, dass ein plötzlicher Schock an den Aktien- oder Währungsmärkten das Vertrauen von Verbrauchern und Wirtschaft wieder untergraben könnte, was zu einer weiteren Minderung der Handelsvolumen führen würde.

Die ärmsten Länder der Welt leiden am meisten Not, wenn der Handel erschlafft. Sie verfügen nicht über den Luxus, Konjunkturprogramme zusammenschnüren oder notleidende Industrien retten zu können, um den Schock abzufedern, den die Wirtschaftskrise verursacht hat. Für sie stellt der Handel einen großen Teil der Gesamtwirtschaftsaktivität dar und ist zweifellos der beste Weg, um sich aus einer Krise herauszuarbeiten, die sie hart getroffen hat.

Ironischerweise ist der Handel genau in dem Moment zusammengebrochen, als diese Länder auf den weltweiten Märkten zunehmend aktiv wurden – ihre Exporte sind in diesem Jahrzehnt um über 20 % gestiegen. Für Nationen, die vom Handel abhängig sind, war der steile Exporteinbruch in diesem Jahr erdrückend. Seit dem Beginn der Krise sind die Exporteinnahmen der ärmsten Länder der Welt um 26,8 Milliarden US-Dollar bzw. 44 % gefallen.

Die WTO-Ministerkonferenz Ende des Monats wird eine Gelegenheit bieten, über die besten Möglichkeiten zur Schaffung von Wachstum und zur Eindämmung der Armut in diesen Ländern nachzudenken. Der Abschluss der Doha-Welthandelsrunde bis Ende 2010 – wie von den Spitzenpolitikern der Welt angestrebt – ist eine davon. Ein Doha-Abkommen stellt eines unserer wertvollsten Instrumente dar, um die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.

Offen gesagt, wissen wir alle bereits, was getan werden muss. Dennoch ist die Doha-Runde grundlegenden Missverständnissen zum Opfer gefallen – erstens darüber, warum Länder Handel treiben, und zweitens darüber, wie sie Handel treiben.

Länder treiben zuerst und vor allem deshalb Handel, weil dies in ihrem Interesse liegt. Es ist im Interesse eines Landes, seine Einfuhrschranken zu senken, damit es kostengünstiger an Waren und Dienstleistungen gelangt, die es selbst nicht wettbewerbsfähig herstellen kann. Handel steigert den Wettbewerb und hält die Inflation in Schach. Auf diese Weise kann Handel den Lebensstandard anheben. Zudem exportieren Länder, die ihre Einfuhrschranken senken, am Ende auch mehr.

Das Widerstreben der Unterhändler, das zu verfolgen, was offensichtlich in ihrem eigenen Interesse ist, spiegelt ein weiteres, schwerwiegenderes Missverständnis darüber wider, wie Nationen Handel treiben. Das illustriert der iPod-Handel zwischen den Vereinigten Staaten und China. Jeder iPod, den die USA nicht zu importieren beschließen, bedeutet einen „Rückgang“ der registrierten chinesischen Exporte um 150 US-Dollar, obwohl lediglich etwa 4 Dollar davon tatsächlich in China als Mehrwert geschaffen werden. Japan, das ca. 150 Dollar Wert beisteuert, leidet wesentlich stärker unter Chinas angeblichem Exportrückgang. Die Wörter „Made in“ bedeuten ganz klar etwas völlig anderes als vor 20 Jahren. Unsere Produktionsprozesse sind so stark globalisiert, dass die Einfuhrzölle eines Landes möglicherweise die Importe eines seiner eigenen globalen Unternehmen benachteiligen könnten.

Für viele Länder, insbesondere die Entwicklungsländer, reicht der Abbau von Handelshemmnissen nicht aus, um zu einer umfassenderen Beteiligung an der Weltwirtschaft zu gelangen, da sie auch ihre Handelskapazitäten ausbauen müssen.

Das ist das Hauptziel der Initiative Aid for Trade (Hilfe für Handel). Trotz der Wirtschaftskrise sind die Aid-for-Trade-Beiträge der Geberländer für die weniger Begünstigten seit 2005 um 10 % gestiegen, und die wichtigsten Geber sind auf dem richtigen Weg, um ihre Versprechen über zukünftige Mittel einzuhalten oder zu übertreffen. Mehrere große Länder haben sich bereit erklärt, ihre Beiträge dieses Jahr zu erhöhen, um die Infrastruktur, Produktivität und das Know-how in den Entwicklungsländern auszubauen.

Doch ist Aid for Trade kein Ersatz für Möglichkeiten zur Marktöffnung und bessere Regelungen, wie sie in der Doha-Runde versprochen wurden. Die WTO-Mitgliedsländer haben bereits zugestimmt, dass reiche Länder – und Entwicklungsländer, die dazu in der Lage sind – ihre Märkte für 97 % der Exporte aus den ärmsten Ländern der Welt vollkommen öffnen und die Zölle für die Produkte, die weiter mit Beschränkungen belegt sind, drastisch senken werden.

Infolgedessen käme es zu einer starken Kürzung der Subventionen für Baumwolle, die die Preise drücken und afrikanische Exporte verdrängen, und Baumwollexporte aus armen Ländern würden auf den Märkten der reichen Länder zoll- und quotenfrei behandelt. Alle Agrarsubventionen, die den Handel verzerren, würden in den großen subventionierenden Ländern um 70 % bis 80 % gestrichen. Neue Bestimmungen zur Vereinfachung der Zollverfahren würden die Transportzeiten stark verkürzen. Wir müssen in diesem Bereich Fortschritte erzielen.

Das Frustrierende ist, dass wir quälend kurz vor dem Abschluss eines Abkommens stehen, das laut dem Washingtoner Peterson Institute for International Economics globale wirtschaftliche Gewinne in Höhe von 300 bis 700 Milliarden US-Dollar pro Jahr erzeugen würde. Doch um diese Gewinne zu verwirklichen, müssen wir das Abkommen abschließen. Die nächste Ministerkonferenz sollte signalisieren, dass wir dazu bereit sind.

Pascal Lamy ist Generaldirektor der Welthandelsorganisation.

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Olmo 10:46 27 Nov 09

En realidad no todo son malas noticias para el comercio internacional: aumentando los miseria en el mundo aumentan los niños para mano de obra casi gratuita y las niñas para ser utilizadas como prostitutas. La libertad en el comercio siempre brinda oportunidades de obtener beneficio, solo se requiere creatividad y ganas de trabajar.