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The Asian Century

Asiatische Spuren in Afrika

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2009-03-02

CAMBRIDGE – Ob Sie es glauben oder nicht, aber der – in diesen rezessionsgeplagten Tagen der Rettungspakete viel geschmähte - Kapitalismus sorgt für eine immense Umgestaltung Afrikas. Im Unterschied zu früher allerdings, geht er heute von China und Indien und nicht von den traditionellen Bastionen kapitalistischer Leistungsfähigkeit aus.

Devi Shetty, ein gefeierter Herzchirurg aus Bangalore, bietet in seinen Narayana-Krankenhäusern medizinische Versorgung für die indischen Massen. Vor ein paar Jahren verfolgte ich seine ersten telemedizinischen Experimente in ländlichen Regionen Indiens, vor allem in den Bundesstaaten Karnataka und Westbengalen. Bei meinem Besuch letzten Monat befand sich eine riesige Landkarte von Karnataka an der Wand und kleine bunte Steckstifte zeigten an, dass er nun bereits die meisten Regionalhauptstädte in den entlegensten Gebieten des Bundesstaates versorgte. Auf einer Weltkarte war zu sehen, dass man bereits in ländliche Gegenden Ostafrikas und Südostasiens vorgedrungen war. Das ganze Büro war modernisiert worden und auch darin spiegelte sich der ständig wachsende Aktionsradius wider.

Das alles ist das Ergebnis gewissenhaft erworbener Erfahrung – in technischer und soziologischer Hinsicht – aufgrund der Bereitstellung hochwertiger medizinischer Beratung durch Telefonkonferenzen mit Unterstützung von Satellitentechnologie. Shettys Team nahm erfolgreich an – multidisziplinären, rund um die Uhr erreichbaren und von ständiger Weiterbildung unterstützten -  telemedizinischen Konsultationen mit Krankenhäusern in 14 afrikanischen Ländern teil. Diese Bemühungen sind Teil des ehrgeizigen pan-afrikanischen E-Network-Projekts des ehemaligen indischen Präsidenten A.P.J. Abdul Kalam, das alle 53 afrikanischen Hauptstädte mit medizinischen Spezialeinrichtungen in ganz Indien verbinden soll.

Shetty ist in erster Linie Arzt, aber er ist auch Unternehmer und das erwähnte Projekt ist die jüngste seiner vielen Bemühungen, ein erfolgreiches, kostengünstiges, aber auf dem neuesten Stand der Technik beruhendes medizinisches Ökosystem in entlegenen Regionen der Welt aufzubauen. Mutig strebt er die von ihm so bezeichnete Walmartisierung des Gesundheitswesens an –  also die Umgestaltung der medizinischen Versorgung für die Bedürftigen auf der ganzen Welt, aber vor allem in Afrika.

Zyniker sagen, dass sich Indien mit diesem E-Network in Afrika anbiedern will, um so an Bodenschätze zu kommen. Vielleicht. Aber dabei muss Indien mit seinem Nachbarn China konkurrieren, der mit lauterer Stimme spricht und nachdrücklicher agiert.

Die rastlose Afrika-Diplomatie des kommunistischen chinesischen Präsidenten Hu Jintao hat Chinas Allgegenwärtigkeit auf dem Kontinent gesichert. Um sich Zugang zu Bodenschätzen zu verschaffen, hat China in großem Stil in Infrastruktur in Gegenden wie Angola, Sudan und Simbabwe investiert, die sonst eher gemieden werden.  

Im Jahr 2006 kam es dann in Peking auch zu einer beispiellosen Zusammenkunft von 48 afrikanischen Regierungschefs und hochrangigen Regierungsvertretern. Damit wollte man unmissverständlich signalisieren, dass China in Afrika wohl am meisten mitzureden habe. Indien versuchte diese Veranstaltung mit einem Indien-Afrika-Gipfel in Neu Delhi im Jahr 2008 nachzuahmen. Vierzehn Länder nahmen an den Diskussionen über die Inflation der Lebensmittelpreise, Energiebedarf usw. teil. Unglücklicherweise wurde Indiens Stimme übertönt, aber nicht etwa durch chinesische Bemühungen, Afrika medizinische Versorgung und Bildung zur Verfügung zu stellen, sondern vom schieren Umfang der Investitionen chinesischer Staatsbetriebe in die Infrastruktur.

Die lautesten Stimmen müssen jedoch nicht unbedingt die größte Wirkung haben. Der indische Einfluss und hier vor allem die indische Diaspora in Ländern wie Südafrika, Kenia, Tansania und Nigeria wird sich zweifellos Vorteile zunutze machen, die anderen nicht in dem Ausmaß zur Verfügung stehen,. Indien und Afrika waren jahrhundertelang über Handel, Religion und postkoloniales politisches Bewusstsein miteinander verbunden. Gandhi und die Bewegung der blockfreien Staaten sind dafür bedeutende Symbole. Inder gehören eher zur sozialen Struktur Afrikas als Chinesen und diese Struktur wurde über lange Zeit durch Chancen und auch Widrigkeiten gestärkt.

Man denke an Olam, ein in Singapur ansässiger, aber hauptsächlich in Afrika tätiger weltweiter landwirtschaftlicher Konzern. Von den Sojabohnenfarmen im brasilianischen Mato Grosso bis zu den Kornkammern der Ukraine wird Olam für seine Fähigkeit geschätzt, unter widrigsten Umständen für Wertschöpfung zu sorgen.

Olam wurde von Indern in Nigeria gegründet und ist nach wie vor Weltführer im Handel mit Baumwolle, Kaffe, Cashewnüssen und Ähnlichem. Um erfolgreich zu sein musste Olam im Landesinneren arbeiten  – unter schwierigen Umständen also und weit entfernt von günstig gelegenen Häfen. Man war auf die Vertrautheit der Inder mit den Gegebenheiten im Landesinneren Afrikas angewiesen und auf ihre Bereitschaft, dort zu arbeiten. Als Wilmar, ein von Auslandschinesen geführtes südostasiatisches Unternehmen mit eigenen Stützpunkten in China und in ganz Asien, nach Afrika expandieren wollte, suchte man sich die hochkompetente Olam als Partner für ein Joint Venture aus.  

Die Verbindung zwischen nigerianischen Cashew-Farmern und Devi Shettys pädiatrischer Herzchirurgie ist nun, dass sie beide für dezentralisierte private Aktivitäten stehen. Sie sind im Gegensatz zu den Aktivitäten der nationalen chinesischen Ölgesellschaft oder der Sinopec und anderer in Darfur und anderswo tätigen Firmen durch den Markt entstanden. Alle diese Unternehmen werden für Wertschöpfung sorgen, aber dezentralisierte markt-basierte Aktivitäten erzeugen sehr wahrscheinlich auch zusätzlichen ideellen Firmenwert.

Die Umgestaltung ist aber noch nicht zu Ende und sie wird weiterhin von wechselseitigem Eigeninteresse bestimmt und nicht von staatlichen Anordnungen. Das Joint Venture zwischen Olam und Wilmar ist in gewisser Weise symptomatisch für die Kombination asiatischer Investitionen, die in Afrika einen produktiven Wandel beschleunigen können. Es erscheint passend, dass „Olam“ auf hebräisch „Überschreiten von Grenzen“ bedeutet.

Eine derartige Symbiose bedarf einer gesunden Nichtbeachtung von Konventionen. Mit Sicherheit wird es auch zu Fehlschlägen kommen. Aber meiner Ansicht nach wird man mit dezentralisierten Experimenten die teilweise Abhängigkeit Afrikas von Auslandshilfe größtenteils überwinden. 

Tarun Khanna ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Harvard Business School. Sein zuletzt erschienenes Buch trägt den Titel  Billions of Entrepreneurs: How China and India are Reshaping their Futures and Yours.

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KlaasAA 03:03 10 Mar 09

"..much investment in physical infrastructure in places otherwise shunned – Angola, Sudan, and Zimbabwe – for access to natural resources."

Limiting myself to Africa: Please do not omit Kenya and Ghana from this listing