The Asian Century
Zeit, Mahatma Gandhi zu reaktivieren
Mira Kamdar
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NEW YORK: Der unerwartete Erdrutschsieg der Kongresspartei bei den indischen Parlamentswahlen hat zu euphorischen Reaktionen geführt. Viele glauben, dass die Partei – mit ihrem Engagement für säkulare Werte, Wirtschaftswachstum und die Unterstützung der Armen – jetzt über ein Mandat verfügt, Indien in eine Großmacht zu verwandeln. Insbesondere die Wirtschafts- und Finanzinteressen sind über das Ergebnis hocherfreut und jubilieren über den unerwarteten Reichtum, der sich ihnen eröffnen dürfte, wenn die Kongresspartei die indische Wirtschaft nun weiter liberalisiert.
Die Amerikaner sind glücklich, dass Indiens nervtötende Linke auf nurmehr armselige 24 Sitze geschrumpft und damit praktisch aus der nationalen Regierung verschwunden ist. Indiens Kommunisten hatten in dem Bemühen, den von den USA vermittelten Nukleardeal zu vereiteln, im vergangenen Jahr versucht, die von der Kongresspartei geführte Regierung zu stürzen, und geschworen, das Geschäft zu kippen.
Was die Bedrohung von rechts angeht, so ist jeder, der auf Frieden in der Region und eine Verringerung der Spannungen innerhalb des Landes zwischen den religiösen Gemeinschaften hofft, erleichtert über die Niederlage der hinduistisch-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP). Die Strategie der BJP, die Kongresspartei als lasch gegenüber dem Terror zu porträtieren und die Muslime als existenzielle Bedrohung für Indien zu verteufeln, sich als böser Fehlschlag erwiesen.
Leider jedoch führt die wirtschaftliche Bahn, die die Kongresspartei abgesteckt hat – auch wenn sie durchaus zu kurzfristigem Wachstum führen mag –, letztlich auf Kollisionskurs mit sowohl Gerechtigkeit wie Nachhaltigkeit. Trotz der Rhetorik über ein „die Menschen einbeziehendes Wachstum“ hat sich das Wohlstandsgefälle in den Jahren der außergewöhnlich raschen wirtschaftlichen Expansion verstärkt.
Die Mehrheit aller unterernährten Kinder der Welt lebt in Indien. Während das private Vermögensmanagement bei den etwa 200.000 neureichen Indern eine Wachstumsbranche ist, leben 800 Millionen Inder von weniger als einem Dollar pro Tag. Indiens Wasservorräte sind bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit beansprucht, und das trotz des durch die globale Erwärmung bedingten schnellen Abschmelzens der Himalaja-Gletscher, auf deren Wasser Millionen von Menschen angewiesen sind. Darüber hinaus droht der Klimawandel, die Agrarproduktion bis 2080 – wenn Indien weitere 450 Millionen Einwohner haben wird – um bis zu 40% zu verringern.
An jenem Punkt, so prognostiziert das Beratungsunternehmen McKinsey & Company, wird Indiens durch die Mittelschicht geprägter Konsumgütermarkt 600 Millionen Menschen umfassen – zweimal so viel wie die gegenwärtige US-Bevölkerung. Für Einzelhändler, die nach neuen Märkten suchen, sind die aufregende Neuigkeiten. Doch was ist mit den übrigen eine Milliarde Menschen des Landes? Und wo sollen die Ressourcen zur Herstellung von all dem Kram herkommen, den diese neuen Verbraucher kaufen werden?
Die Würfel darüber, was für eine Entwicklung Indien einschlagen würde, waren gefallen, als die verfassungsgebende Versammlung des Landes 1947 beschloss, das Spinnrad, oder Charka , Mahatma Gandhis auf der Nationalflagge durch das Dharma -Rad des indischen Kaisers Aschoka zu ersetzen. Der Schritt stellte eine symbolische Abkehr von dem dar, was die neue Regierung dann bei ihrem Amtsantritt verwarf: Gandhis Vision einer gerechten und nachhaltigen Agrargesellschaft auf der Grundlage eines selbstgenügsamen, eingeschränkten Verbrauchs.
Für Gandhi symbolisierte das Spinnrad die Notwendigkeit, eine persönliche Verantwortung für den Verbrauch zu übernehmen – als ein erster Schritt, um Gerechtigkeit und Freiheit für alle zu erreichen. Jawaharlal Nehru jedoch, Indiens erster Ministerpräsident, glaubte an Industrialisierung und Urbanisierung; bekanntermaßen bezeichnete er die neuen, riesigen Dammprojekte, für die seine Regierung bürgte, als die „Tempel des modernen Indiens“.
In seiner berühmten Rede über Indiens „Rendezvous mit der Vorsehung“ versprach Nehru den Indern, dass seine Regierung danach streben würde, „dem gemeinen Mann, den Bauern und Arbeitern Indiens, Freiheit und Chancen zu bringen, Armut und Unwissenheit und Krankheit zu bekämpfen und zu beenden, ... jedem Mann und jeder Frau Gerechtigkeit und ein erfülltes Leben zu gewährleisten.“ Seit 63 Jahren wartet die überwiegende Mehrheit der indischen Bevölkerung darauf, dass sich dieses Versprechen erfüllt.
Nun übernimmt die Kongresspartei ein weiteres Mal die Macht, und Rahul Gandhi – der 39-jährige Urenkel des Mannes, der dieses Versprechen abgab –, scheint der Kronprinz des amtierenden Ministerpräsidenten Manmohan Singh zu sein. Beobachter erwarten, dass der junge Gandhi innerhalb der nächsten zwei Jahre Ministerpräsident werden dürfte.
Die zentrale Herausforderung, vor der er und sein Land stehen, ist nicht der Wandel von einem mehr zu einem weniger staatlich gelenkten Wirtschaftssystem, wie viele, die heute den Wahlsieg der Kongresspartei bejubeln, glauben. Zwar harren bürokratische Exzesse, tief verwurzelte Korruption und andere Leistungsschwächen einer Lösung, doch die wahre Herausforderung für Indien ist seine Verbundenheit mit einer dem 20. Jahrhundert zuzuordnenden Vision der Moderne.
Der ehemalige Finanzminister Palaniappan Chidambaram hat geäußert, sein Traum sei es, zu erleben, dass 85% aller Inder in Städten leben und nur 15%, statt der gegenwärtigen 60%, in der Landwirtschaft tätig seien – denn im Zeitalter der Moderne eine Agrargesellschaft zu sein, bedeute, arm und machtlos zu sein. „Entwickelt“ zu sein heiße, industrialisiert und urbanisiert zu sein. Doch wir befinden uns nicht mehr in der Moderne – im Guten wie im Schlechten. Die postmodernen Realitäten unserer düsteren Gegenwart machen die Moderne zum Spottobjekt.
Auf die Frage, was er von der westlichen Zivilisation halte, gab Gandhi die berühmte Antwort: „Sie wäre eine gute Idee.“ Er äußerte auch: „Die Erde bietet genug, um jedermanns Bedarf zu befriedigen, doch nicht jedermanns Begierden.“ Gandhi war der Ansicht, dass Gier zu Gewalt führe, Gewalt zu Militarismus, Militarismus zu Krieg, und Krieg zur Vernichtung. Seine Philosophie der Gewaltlosigkeit zielte auf die grundlegendste Form menschlicher Aggression: den Hunger nach mehr als den eigenen Anteil.
Indiens zentrale Herausforderung besteht darin, Gandhis Mantel aufzunehmen und sich in mutiger Weise eine Zukunft vorzustellen, die anders ist als die westliche Gegenwart. Natürlich gibt sich niemand der Illusion hin, dass Indien oder irgendein anderes Land seine Städte aufgeben wird, um ein Leben von der Einfachheit, wie Gandhi sie anstrebte, zu führen. Das heißt jedoch nicht, dass sich Indien nicht von Gandhis zentralen Werten inspirieren lassen kann.
Rahul Gandhi trägt den Namen des Mahatma, auch wenn er nicht von ihm abstammt (beide sind nicht miteinander verwandt). Falls Indien Glück hat, wird er sich, wenn er die Führung der Kongresspartei übernimmt, ebenso sehr von Mahatma Gandhis Vision für Indien inspirieren lassen wie von der seines Urgroßvaters. Schließlich ist das unabhängige Indien aus der komplizierten Verbindung der Ideen dieser beiden Männer hervorgegangen. Nehrus Vision hatte einen guten Lauf; nun ist es Zeit, Gandhis zu reaktivieren.
Mira Kamdar ist Senior Fellow am World Policy Institute und Fellow der Asia Society. Sie ist die Verfasserin von Planet India: The Turbulent Rise of the Largest Democracy and the Future of Our World.
Copyright: Project Syndicate, 2009.
www.project-syndicate.org
Aus dem Englischen von Jan Doolan
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ganeshpol 01:30 18 Aug 09
Yes soil of India has hungered for one more M.K.Gandhi.......................


Kalindhi 11:58 13 Jun 09
The day some of the wise and moderate members of the Babri Masjid Action council okay the construction of the Ram Temple for the sake of harmony or a mass movement that includes all the religious and secular people come out with a suggestion to build a government hospital as a permanent solution, the BJP will become extinct. Since India is moving forward with progressive mind and the young generations are becoming more democrat and secular, such ideas cannot be called an utopian in the 21st century. So, if the BJP wants to stand as an alternative to the Congress, it cannot alienate any communities and their basic problems in principle. Our constitution guarantees us fundamental rights. At the same time, it prescribes our fundamental duties also. Uphold the constitution is one of our fundamental duties. Communalism, be it from majority or minority, is against of our founding principle.
For communists, to learn lessons from the mistakes is the good lesson. For that there is another lesson: to find what the mistakes are. The policy makers who are sitting in the ivory tower can have only a bird’s view. Even though the left had forced the earlier UPA government to adopt some people friendly programmes, they totally failed to implement the programmes in the West Bengal . The congress and the UPA allies took advantage from that in both Andhra and Bengal at the expense of the Left. The Left leaders have to ponder and be close to the common people. If some comrades still live in the hearts of people, it is because they had practiced principled life. They were known as people’s leaders. If the communists want to reinstate that quality, they cannot leave the common people in pathetic conditions. A leader cannot dictate now that all proletariats unite. It is the strong strategy yielding to the people’s minds that unite every one. No one expect soft communalism from the communists. Imperialism and communalism should be resisted with equal vehemence. The UPAs mandate is not an approval for the neo-liberalism.
The victory testifies to its stands on clear secularism and developmental aspirations to certain extent.. The empty slogans against imperialism and nuclear deal failed to dissuade the common man. Rahul factor played as a stimulant to prevent the young voters from apolitical trends. Modi behind L.K. Advani was a wrong equation and disrespect to judiciary. Varun Gandhis speech made a dent on its Muslim supporters. The mandate also backs the UPA to minimize post-election opportunism and horse trading for making a stable government. we hope the new government will be able to bring in prosperity for the poor in the next five years. Without uplifting the poor and downtrodden, the corporate India cannot shine.