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The Magic of the Market

Amerikas Wachstum im kommenden Jahrzehnt

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2010-01-25

CAMBRIDGE – Obwohl die Stärke der US-Wirtschaft 2010 nach wie vor ungewiss ist, ist es wichtig, schon jetzt das Augenmerk auf ihre voraussichtliche Leistung im kommenden Jahrzehnt zu richten. Der Anstieg des BIP in den nächsten zehn Jahren wird zwei Faktoren widerspiegeln: den äußerst positiven Effekt der letztendlichen Erholung vom aktuellen tiefen Abschwung und eine unter dem Trend liegende Zunahme der potenziellen Wirtschaftsleistung bei Vollbeschäftigung. Wenn ich alle wichtigen Komponenten zusammenrechne, komme ich zu dem Schluss, dass das jährliche Wachstum im kommenden Jahrzehnt wahrscheinlich etwa 1,9 % betragen wird, ungefähr derselbe Prozentsatz wie der durchschnittliche Wert in den letzten zehn Jahren.

Um zu verstehen, warum dies so ist, fangen wir am besten bei der zyklischen Erholung an. Ich gehe von der optimistischen, aber plausiblen Annahme aus, dass die Wirtschaft sich im nächsten Jahrzehnt vollständig erholen wird, wodurch die Arbeitslosenquote von derzeit 10 % auf ca. 5 % sinken wird. Diese Rückkehr zur Vollbeschäftigung wird ebenfalls die Anzahl derer reduzieren, die die Hoffnung aufgegeben haben, dass es Arbeitsplätze für Personen mit ihren Fertigkeiten gibt, und daher aufgehört haben, nach Arbeit zu suchen (weshalb sie nicht als arbeitslos gezählt werden).

Diese zyklische Erholung auf dem Arbeitsmarkt wird dazu führen, dass das BIP im Laufe des nächsten Jahrzehnts um etwa 13 % steigt, das entspricht einem Durchschnitt von 1,2 % pro Jahr. Dies stellt gegenüber dem vergangenen Jahrzehnt eine wesentliche Trendwende dar. Damals stieg die Arbeitslosenquote von 4 % auf 10 %, und die Erwerbsquote fiel von 67 % auf 65%, wodurch das BIP um 1,6 % pro Jahr sank.

Der vollständige Anstieg des BIP stellt die zyklische Erholung von 1,2 % pro Jahr zusammen mit der Steigerung des BIP bei potenzieller Vollbeschäftigung dar. Das Wachstum des potenziellen BIP wird die strukturelle Zunahme der Arbeitskräfte widerspiegeln sowie den Anstieg des Kapitalbestands und die Verbesserung in der Multifaktorproduktivität (d. h. die Änderung der Produktionsleistung, die aufgrund technologischer Verbesserungen entsteht, anstatt aufgrund der Zunahme von Arbeitskräften und Kapital). Obwohl für jede dieser Wachstumskomponenten Unsicherheiten bestehen, ist es unwahrscheinlich, dass sie in den kommenden Jahren so gut ausfallen werden wie in den letzten Jahrzehnten.

Ein langsameres Bevölkerungswachstum und ein demografisch bedingter Rückgang der Erwerbsquote wird das Beschäftigungswachstum verringern. So sagte das US-Arbeitsministerium vor Kurzem vorher, dass die erwerbstätige Bevölkerung zwischen 2008 und 2018 lediglich um 8 % zunehmen wird, gegenüber 12 % in den vorangegangenen zehn Jahren. Diese Zunahme der Erwerbstätigen wird das potenzielle BIP um lediglich etwa 0,5 % pro Jahr steigern.

Obwohl der Kapitalbestand von einer höheren privaten Sparquote profitiert, wird die Zunahme durch ein stärkeres staatliches „Entsparen“ wieder zunichte gemacht, da die Haushaltsdefizite hoch bleiben. Das Widerstreben ausländischer Investoren, weiter Dollar-Anlagen anzusammeln wird zu einem geringeren Kapitalzufluss aus dem Rest der Welt führen.

Und schließlich wird die Veränderung des potenziellen BIP davon abhängen, was mit der Änderungsrate der Multifaktorproduktivität geschieht – also der Änderung der Produktionsleistung, die durch technischen Wandel und Veränderungen der Produktionsprozesse bedingt ist. Laut OECD stieg die US-Multifaktorproduktivität von 1985 bis 2000 mit einer relativ stabilen jährlichen Rate von etwa 0,75 % an und sprang von 2001 bis 2008 auf 1,4 % pro Jahr. Es ist unmöglich zu wissen, ob die Wachstumsrate der Multifaktorproduktivität auf ihrem aktuellen Niveau bleibt oder zu ihrem Tempo von vor 2000 zurückkehren wird.

Geht man von anderen Werten aus – einem langsameren Anstieg der erwerbstätigen Bevölkerung als im vergangenen Jahrzehnt, keinem Produktivitätszuwachs aufgrund von Kapitalbildung und einem Rückgang des Multifaktorproduktivitätswachstums auf seinen Durchschnitt vor dem Jahr 2000 –, so läge das jährliche potenzielle BIP-Wachstum bei lediglich 1,4 %. Fasst man diese vorsichtigen Annahmen über das potenzielle BIP mit den Auswirkungen der zyklischen Erholung zusammen – einer geschätzten Zunahme des realen BIP von jährlich 1,2 % –, dann erhält man ein reales BIP-Wachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 2,6 %, was wesentlich höher wäre als die Rate von 1,9 % in der 2009 endenden Dekade.

Doch wird nicht die gesamte zusätzliche Produktion, die im Laufe des nächsten Jahrzehnts hergestellt wird, in den USA bleiben. Wenn das Handelsdefizit von jetzt bis zum Ende des Jahrzehnts um 3 % des BIP gesenkt wird, würde die dadurch implizierte Zunahme der Exporte und Abnahme der Importe die Produktion, die für Verbrauch und Investitionen in den USA zur Verfügung steht, um etwa 0,3 % pro Jahr reduzieren.

Die Auswirkungen des möglichen Dollarverfalls im kommenden Jahrzehnt könnten ebenso wichtig sein. Wenn der reale handelsgewichtete Dollarwert im kommenden Jahrzehnt um 25 % fällt und die gesamten Auswirkungen dieses Dollarverfalls sich in den Importpreisen niederschlagen, würden die gesteigerten Importkosten das Wachstum der realen US-Einkommen um ca. 0,4 % pro Jahr reduzieren.

Diese beiden internationalen Effekte würden das jährliche Nettowachstum der realen Waren und Dienstleistungen, die für Verbrauch und Investitionen in den USA zur Verfügung stehen (sowohl im Inland produziert als auch importiert) – auf lediglich 1,9 % reduzieren, was keine Veränderung im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt bedeutet. In jenen Jahren hat der gesteigerte Umfang der Nettoimporte so gerade die Auswirkungen des Dollarverfalls im Hinblick auf die Gesamtkosten der Importe ausgeglichen. Daher war der Anstieg des Realwerts der Waren und Dienstleistungen, die für Verbrauch und Investitionen in den USA zur Verfügung standen, genauso hoch wie der Anstieg des realen BIP.

Es gibt natürlich schwerwiegende Abwärtsrisiken für diese Prognose, insbesondere wenn das Haushaltsdefizit hoch bleibt oder eine nachteilige Steuerpolitik die Produktivitätssteigerung drosselt. Die Regierung sollte die schwache Zehnjahresprognose als Warnung auffassen und als einen Grund, ihre Politik der Reduzierung der Haushaltsdefizite und der Stärkung von Wachstumsanreizen zu widmen.

Martin Feldstein ist Wirtschaftsprofessor in Harvard und war Vorsitzender des wirtschaftlichen Beraterstabes von Präsident Ronald Reagan sowie Präsident der nationalen Behörde für Wirtschaftsforschung.

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AhQ1947 04:25 04 Jan 11

To me, this article raises more questions than it answers. If we take the assumption that the dollar will weaken against developing country currencies particularly the renminbi over the next decade, the implication should be that American labor will become competitive thus making it more efficient internationally. Yet, this brings up the perplexing question of where all the multifactor productivity gains over the last decades came from. My sense (although I have not looked closely at the data) is that much came from outsourcing labor intensive production to countries that have lower labor costs. For example many lower and middle ranking accountants could be (and were) laid off in the US and while many could be (were) hired in India to work "virtually" under higher ranking accountants in the US. Voila, the productivity of the higher ranking accountant is suddenly on steroids :). My intuition is that much of the multifactor productivity growth over the last decade in the US whether in the services sector (as in this example) and in the manufacturing sector (which should require little elaboration other than to mention Costco) are deeply dependent on the relative strength of the dollar vis-á-vis developing economy currencies hence labour. The intuition is that the process by which American labor becomes competitive and employment recovers as due to a decline in the value of the dollar, could have significant implications on the scope for growth in US muti factor productivity. Is there literature on this subject that Professor Feldstein could point us to?



AUTHOR INFO

Martin Feldstein, Professor of Economics at Harvard, was Chairman of President Ronald Reagan's Council of Economic Advisers and is a former president of the US National Bureau for Economic Research.