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Furchtlose Finanzmärkte

Eine Reihe von aufmerksamen Beobachtern – z. B. Robert Rubin von der Citigroup, Larry Summers von Harvard und Martin Wolf von The Financial Times – haben in den letzten Monaten ihre Verwirrung über die Risikowahrnehmung der Finanzmärkte geäußert. Obwohl die Märkte das Risiko in der heutigen Welt – besonders das des Dollars und der damit verbundenen Wertpapiere – niedrig bewerten, scheinen die geopolitischen Risiken, wenn man sie aus der historischen Perspektive betrachtet, groß zu sein. Wolf beispielsweise ist der Meinung, dass die Märkte den Kopf in den Sand stecken, um sich auf die „langfristigen kleinen Gewinne“ zu konzentrieren, und dabei von vornherein „vereinzelte Katastrophen“ ignorieren, während Verluste im Nachhinein auf „unvorhersehbares Pech“ zurückgeführt werden.

Doch wenn ein Investor sich heute gegen geopolitische Katastrophen absichern wollte, wie würde er oder sie das tun? In der Generation vor dem Ersten Weltkrieg wurde angenommen, dass die Schulden der Regierungen, die an die Goldwährung gekoppelt waren, sichere Anlagen darstellten, die angeblich Schutz vor den inflationären, populistischen Viren gewährten, die Länder wie Mexiko, Frankreich oder die Vereinigten Staaten heimsuchten. Doch erlitten die Anleger, die in britische Staatsschulden investiert hatten, riesige Verluste, als Großbritanniens Engagement im Ersten Weltkrieg zur Inflation führte, und wer in zaristische Anleihen investiert hatte, tapezierte damit nach der Oktoberrevolution sein Badezimmer.