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Das Europaproblem der Schwellenmärkte

PARIS: Von Hongkong bis São Paulo und allerorts dazwischen dominiert unter Großanlegern derzeit ein Wort: Griechenland. Werden die Griechen in der Eurozone bleiben? Und was wird aus der Europäischen Union und der Weltwirtschaft, wenn sie es nicht tun?

Bis vor kurzem war Europa eine Art Spiegel, der den wichtigen Schwellenländern die spektakuläre Beschaffenheit ihres eigenen Erfolges bestätigte. Sie konnten ihre hohen Wachstumsraten dem hohen Verschuldungsgrad Europas gegenüberstellen und dem den europäischen Geist beherrschenden Pessimismus ihre „positive Energie“ entgegensetzen. Sie waren nur zu gern bereit, Europa zu raten, härter zu arbeiten und weniger auszugeben; legitimer Stolz mischte sich mit dem verständlichen Wunsch, historische Rechnungen zu begleichen und ihr Erbe kolonialer Unterwerfung und Beschämung abzumildern.