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Charisma, dem man glauben kann

CAMBRIDGE, MASS.: In zwei bedeutenden Autokratien steht 2012 ein Führungswechsel an. Überraschungen sind in beiden Fällen nicht zu erwarten. In China steht Xi Jinping bereit, um Hu Jintao als Präsident abzulösen, und in Russland hat Wladimir Putin angekündigt, dass er die Präsidentschaft von Dmitri Medwedew zurückfordern wird. In den demokratischen Ländern sind die Wahlergebnisse in diesem Jahr weniger vorhersehbar. In Frankreich steht Nicholas Sarkozy ein schwieriger Präsidentschaftswahlkampf bevor, und in den USA gilt dasselbe für Barack Obama.

Nach den US-Präsidentschaftswahlen von 2008 erklärte uns die Presse, Obama habe gewonnen, weil er „Charisma“ habe – eine besondere Fähigkeit, Faszination und Loyalität zu wecken. Wenn das stimmt, wie kann dann seine Wiederwahl nur vier Jahre später in Frage stehen? Können Führungspersönlichkeiten ihr Charisma verlieren? Hat Charisma seinen Ursprung in dem Betreffenden selbst, in seinen Anhängern oder in der jeweiligen Situation? Akademische Forschungen legen nahe, dass alle drei Punkte zutreffen.