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Frieden durch Fußball

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2008-02-06

Wenn es um Friedenswünsche für den Nahen Osten geht – praktisch eine Neujahrstradition –, muss man vorsichtig sein. So viele Hoffnungen wurden bereits in so vielen bitter gescheiterten Verhandlungen zu Grabe getragen. Einen Wunsch für den Nahen Osten jedoch haben wir – einen Wunsch, der, auch wenn er vielleicht keinen Frieden bringt, so doch eine der Grundvoraussetzungen für Frieden schaffen kann: guten Willen. Israel und Palästina sollten sich gemeinsam um die Fußballweltmeisterschaft 2018 bewerben und dafür den Zuschlag erhalten.

Der israelisch-palästinensische Konflikt hat schon viel zu lange gedauert. Die Friedenskonferenz von Annapolis hat eine siebenjährige Verhandlungspause beendet, und Präsident George W. Bush hat die Hauptkonfliktparteien aufgefordert, bis Ende 2008 eine Übereinkunft zu erreichen.

Nichts hindert uns daran, zu hoffen, dass bis dahin ein fairer und gerechter Frieden erreicht werden kann. Es ist nicht so, dass ein Fluch auf Israelis und Palästinensern lastet, der sie hindert, friedlich nebeneinander zu leben. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Doch um den Willen zum Erreichen eines dauerhaften Friedens wachsen zu lassen, bedarf es mehr als politischer Verhandlungen. Um jemals ihre großen Meinungsunterschiede beilegen zu können und zu verhindern, dass die kleinen in Gewalttätigkeiten umschlagen, brauchen Israelis und Palästinenser eine grundlegende Quelle der Solidarität.

Auch wenn der Fußball die bedeutenden strategischen Probleme der Region nicht lösen kann, kann doch er in dieser Hinsicht einen wichtigen Beitrag leisten. Fußball mobilisiert Kräfte und eint die die Menschen in Begeisterung. Nach der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika – einem Land, wo der Frieden bereits Wurzeln geschlagen hat – und vor dem Turnier des Jahres 2014 in Brasilien ist es Zeit, den Gastgeber für 2018 zu bestimmen.

Sollte es zum Abschluss eines Friedensvertrags kommen, bevor diese Entscheidung ansteht, so wäre eine 2018 in Israel und Palästina gemeinsam ausgerichtete Weltmeisterschaft eine fantastische Gelegenheit, um das Erreichte auf beiden Seiten zu konsolidieren. Investitionen in die Infrastruktur würden dann folgen.

Die gemeinsame Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2018 an einem Ort, wo einst zwei Völker miteinander Krieg führten, wäre ein machtvolles Symbol für die Art und Weise, in der Sport dem Frieden dienen kann. Tatsächlich könnte die Aussicht auf Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft Israelis und Palästinensern als zusätzlicher Anreiz dienen, eine Übereinkunft zu erreichen. Stellen wir uns vor, wie sie dann Hand in Hand zusammenarbeiten könnten, um das größte Sportereignis der Welt auszurichten.

Pascal Boniface ist Direktor des Instituts für internationale und strategische Beziehungen (IRIS) in Paris (www.iris-france.org). Lilian Thuram spielt als Verteidiger beim FC Barcelona und ist Rekordnationalspieler der französischen Nationalmannschaft.

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AUTHOR INFO

Pascal Boniface is Director of the Institute for International and Strategic relations, Paris (IRIS). His most recent book is Football et Mondialisation (Football and Globalization).
Lilian Thuram, a defender for FC Barcelona, is the most capped player in the history of the French national team.