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Ban Ki Moon und das Zeitalter der nachhaltigen Entwicklung

NEW YORK – Die Welt kann mit Erleichterung auf die in diesem Monat erfolgte Wiederwahl von Ban Ki Moon reagieren, der seine zweite Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen antreten wird. In einer krisenanfälligen Welt ist globale Geschlossenheit besonders wichtig. Während der vergangenen fünf Jahre hat Ban Ki Moon diese Geschlossenheit verkörpert, sowohl durch seine einzigartige persönliche Diplomatie als auch in seiner Rolle als Chef dieser unverzichtbaren globalen Organisation.

Eine erfolgreiche Wiederwahl an die Spitze der UN ist nicht zu unterschätzen. Als Kopf einer Organisation mit 192 Mitgliedsländern, ist der Generalsekretär unweigerlich dem kräftigen Sog globaler Unstimmigkeiten ausgesetzt. Bei nahezu jedem Thema kann der Generalsekretär davon ausgehen, sich inmitten widerstreitender Gruppen von Ländern wiederzufinden. Dennoch ist es Ban gelungen, weltweit für ein Vertrauen in seine Führung zu sorgen, das ihm ein unangefochtenes und einstimmiges zweites Mandat sichern konnte.

Der Konsens zugunsten einer Wiederwahl Ban Ki Moons ist umso bemerkenswerter, als dieser die so genannten „P5“ einbezieht, die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates – die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, China, Frankreich und Russland. Diese fünf mächtigen Länder verdanken ihre Vorrangstellung einer nach dem Zweiten Weltkrieg getroffenen Regelung, aus dem sie als alliierte Siegermächte hervorgegangen waren. Gemäß der UN-Charta müssen alle fünf der Wahl eines jeden Generalsekretärs zustimmen. Ban Ki Moon hat sich den starken Rückhalt aller fünf ständigen Mitglieder erhalten.

Mir wird die Ehre zuteil, dem Generalsekretär als Sonderberater für die Millenniumsentwicklungsziele zu dienen. In dieser Funktion erlebe ich den Generalsekretär in allen Teilen der Erde im Einsatz. Diese Erfahrung ist bereichernd und verleiht mir große Hoffnung, dass sich globale Probleme wie Armut, Umweltbedrohungen und gewalttätige Konflikte letztendlich erfolgreich lösen lassen werden.

Die vielen Probleme der Welt bahnen sich Tag und Nacht ihren Weg in das Büro des Generalsekretärs. Ob Krieg und Frieden; Revolutionen und Staatsstreiche; Naturkatastrophen; Epidemien; umstrittene Wahlen oder die zermürbenden Herausforderungen, die Hunger, Armut, Klimawandel und Massenmigration darstellen: Die Krisen verlangen zwangsläufig die Aufmerksamkeit des Generalsekretärs. Das Arbeitspensum ist schwindelerregend und setzt das Rund-um-die-Uhr-Engagement des Generalsekretärs und seines Teams voraus.

Ich habe den Generalsekretär unlängst auf einer Reise nach Ägypten und Tunesien begleitet und voller Bewunderung zugesehen, wie er geschickt die demokratischen Veränderungen unterstützt, die in diesen beiden Ländern im Gang sind und sich gleichzeitig mit vielen anderen Umbrüchen in der Region auseinandersetzt. In beiden Ländern hat Ban Ki Moon den mutigen Jugendlichen, die an vorderster Front der in diesem Jahr in Bewegung gesetzten politischen Veränderungen stehen, wohlwollend und auf inspirierende Art und Weise Unterstützung angeboten.

Von seinem ersten Tag im Amt an hat Ban betont, dass viele der größten Herausforderungen der Welt auf eine schlichte, aber harte Realität hinauslaufen: Wir sind heute eine dicht gedrängte, miteinander verbundene, globale Gesellschaft, in der sieben Milliarden Menschen darum kämpfen, auf einem äußerst verwundbaren Planeten Fuß zu fassen. Die entscheidenden Herausforderungen unserer Zeit bestehen darin, die Welt zu ernähren, sie vor ansteckenden Krankheiten wie Malaria und AIDS zu schützen und wirtschaftlichen Fortschritt mit lokaler und globaler Umweltsicherheit zu verbinden. Hunger, Armut und Umweltzerstörung, wie der durch den Menschen verursachte Klimawandel, sind häufig die Ursachen, die Krieg und Gewalt zugrunde liegen.

Kurzum, wir befinden uns in einer neuen globalen Ära, die man als Zeitalter der nachhaltigen Entwicklung definieren kann, in der unsere Sicherheit, sogar unser Überleben, davon abhängt, dass die Welt eine dreifache Verpflichtung eingeht: die Beendigung extremer Armut; die Gewährleistung von Menschenrechten für alle und der Schutz der natürlichen Umwelt vor anthropogen verursachten Krisen durch Klimawandel, Zerstörung der biologischen Vielfalt und Raubbau an Trinkwasserreserven und anderen lebenswichtigen Ressourcen. Ban hat unermüdlich die Notwendigkeit unterstrichen, nachhaltige Entwicklung in den Mittelpunkt unserer Überlegungen zu stellen.

Die Herausforderungen der Armut, der Ressourcenverknappung, des Klimawandels und der Menschenrechte werden Bans zweite Amtszeit und die Arbeit derer dominieren, die ihm als Generalsekretär folgen werden. Im Jahr 2012 werden die Regierungen der Welt erneut in Rio de Janeiro zusammenkommen; 20 Jahre nach der historischen Konferenz, auf der sie das erste umfassende Abkommen zur Bekämpfung des anthropogenen Klimawandels unterzeichneten. In der Zwischenzeit ist viel zu wenig erreicht worden und Ban arbeitet hinter den Kulissen unablässig daran, die Punkte zu klären, an denen es nicht weiter geht und eine Klimakatastrophe abzuwenden.

Zu Beginn des dritten Jahrtausends hat Bans Vorgänger, Kofi Annan, die führenden Politiker der Welt an einen Tisch gebracht, um die Millenniumserklärung zu verabschieden, aus der ehrgeizige Ziele abgeleitet wurden, die bei der Bekämpfung von Armut, Hunger und Krankheiten bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollen. Ban setzt sich unermüdlich für die Milleniumsziele ein und hat mehrere äußerst kreative Kampagnen angestoßen, um das Engagement für diese Ziele weltweit zu verstärken.

So hat Ban im vergangenen Jahr eine mutige neue globale Initiative mit dem Namen „Every Mother, Every Child“ ins Leben gerufen, um die medizinische Versorgung von Frauen und Kindern zu verbessern. Er engagiert sich für die Bekämpfung von HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria und bewegt zahlreiche globale Führungspersönlichkeiten und Personen des öffentlichen Lebens, sich für die Sache zu engagieren. Unter Ban Ki Moons Führung werden bemerkenswerte Fortschritte erzielt, auch wenn noch schnellere Fortschritte sowohl möglich als auch erforderlich sind, wie er betont. Im Jahr 2015 wird der Generalsekretär dazu beitragen, die Welt an noch kühnere Verpflichtungen im Kampf um die Beendigung extremer Armut und Entbehrungen in den kommenden zwei Jahrzehnten heranzuführen.

Bans eigene Lebensgeschichte ist mit einer großen persönlichen Genugtuung verbunden, die allen als Ermutigung dienen kann. Wenn Ban die verarmten Regionen Afrikas bereist, sucht er Kontakt zu Dorfbewohnern und erzählt von seiner eigenen Erziehung im vom Armut und Entbehrungen geprägten Korea der 1950er-Jahre – und wie sich Südkorea durch die Verpflichtung zu harter Arbeit, Bildung, moderner Wissenschaft und gemeinsamen Werten zu einem der reichsten und erfolgreichsten Länder der Welt entwickelt hat.

Ban Ki Moons Aufstieg aus der Armut in eine globale Führungsrolle gleicht der Entwicklung, die sein Land genommen hat. Es ist eine Geschichte über Anstand, Engagement und Generosität, die weltweit Vertrauen geweckt hat und die dazu beitragen kann, die Welt in einer Zeit beispielloser Risiken und einmaliger Chancen zu führen.

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