NEW YORK: Auf den gemeinsam als PIIGS-Staaten bekannten Ländern – Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien – lasten immer schwerer zu tragende öffentliche und private Schulden. In einigen besonders stark betroffenen Ländern – Portugal, Irland und Griechenland – kletterten die Zinskosten in den letzten Wochen auf Rekordstände, selbst nachdem ihr Verlust eines Zugangs zum Markt zu von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds finanzierten Rettungsaktionen geführt hat. Und auch die spanischen Zinskosten steigen.
Griechenland ist eindeutig insolvent. Selbst mit einem drakonischen Sparpaket, das sich auf insgesamt 10% vom BIP beläuft, würde seine Staatsverschuldung auf 160% vom BIP steigen. Portugal, wo das Wachstum seit einem Jahrzehnt stagniert, erlebt ein fiskalisches Zugunglück in Zeitlupe, das zur Zahlungsunfähigkeit des öffentlichen Sektors führen wird. Und in Irland und Spanien wird die Überführung der riesigen Verluste des Bankensystems in die staatlichen Bilanzen – zusätzlich zur ohnehin schon eskalierenden Staatsverschuldung – letztlich in die staatliche Zahlungsunfähigkeit münden.
Der offizielle Ansatz zur Lösung dieser Probleme, Plan A, bestand bisher darin, so zu tun, als ob diese Volkswirtschaften statt unter einem Solvenzproblem unter einer Liquiditätsverknappung leiden und dass die Bereitstellung von Rettungskrediten – zusammen mit Sparmaßnahmen und Strukturreformen – die Tragbarkeit der Schulden und den Marktzugang wiederherstellen könne. Dieser Ansatz des „Verlängerns und So-tun-als-ob“ oder des „Verleihens und Betens“ wird zwangsläufig scheitern, denn unglücklicherweise sind die meisten Optionen, die verschuldete Länder in der Vergangenheit genutzt haben, um sich von übermäßigen Schulden zu befreien, nicht realistisch.
So steht den PIIGS-Ländern etwa die bewährte Lösung, Geld zu drucken und sich ihrer Schulden mittels Inflation zu entledigen, nicht zur Verfügung, weil sie im Korsett der Eurozone gefangen sind. Die einzige Institution, die die Druckpresse anwerfen kann – die Europäische Zentralbank –, wird sich nie auf eine Monetarisierung der Haushaltsdefizite verlegen.
Genauso wenig können wir davon ausgehen, dass ein hohes BIP-Wachstum diese Länder retten wird. Die Schuldenlast der PIIGS-Staaten ist so hoch, dass eine robuste Wirtschaftsentwicklung nahezu unmöglich ist. Zudem ist jegliches Wirtschaftswachstum, das manche dieser Länder irgendwann erleben könnten, von politisch unpopulären Reformen abhängig, die nur langfristig wirken werden – und das auf Kosten noch größerer kurzfristiger Schmerzen.
Um wieder zu wachsen, müssen diese Länder zudem ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen, indem sie eine reale Abwertung ihrer Währungen herbeiführen und so Handelsdefizite in Überschüsse verwandeln. Doch ein steigender Euro – der durch eine verfrühte Straffung der Geldpolitik durch die EZB noch weiter in die Höhe getrieben wird – impliziert eine neuerliche reale Aufwertung, die die Wettbewerbsfähigkeit weiter unterminiert.
Die deutsche Lösung für dieses Problem – das Lohnwachstum niedriger zu halten als die Produktivität und so die Lohnstückkosten zu reduzieren – erforderte mehr als ein Jahrzehnt, bevor sie Resultate zeigte. Selbst wenn die PIIGS-Staaten diesen Prozess heute einleiten würden, würde sich ihr Nutzen zu spät einstellen, um Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum wiederherzustellen.
Die letzte Möglichkeit zur Senkung der Kosten, Herbeiführung einer realen Abwertung und Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit – eine Lohn- und Preisdeflation – geht mit einer sich stetig vertiefenden Rezession einher. Die reale Abwertung, die erforderlich ist, um das außenwirtschaftliche Gleichgewicht wiederherzustellen, würde den realen Wert der Euroschulden noch weiter nach oben treiben, wodurch sie noch weniger tragbar wären.
Eine Reduzierung des privaten und öffentlichen Verbrauchs zur Vermehrung der privaten Ersparnisse und die Umsetzung von Sparmaßnahmen zum Abbau privater und öffentlicher Schulden sind auch keine Alternativen. Der private Sektor kann weniger ausgeben und mehr sparen, aber dies würde unmittelbare Kosten nach sich ziehen, die als Keynes’ Sparparadoxon bekannt sind: einen Rückgang der Wirtschaftsleistung und einen Anstieg der Schulden als Anteil vom BIP. Jüngste Studien u.a. durch den IWF legen nahe, dass eine Erhöhung der Steuern, Verringerung der Subventionen und Reduzierung der Staatsausgaben – selbst ineffizienter Staatsausgaben – das Wachstum kurzfristig abwürgen und so das zugrundeliegende Schuldenproblem verschärfen würde.
Wenn die PIIGS-Staaten ihre Probleme nicht durch Inflation, Wachstum, Währungsabwertung oder Sparen lösen können, dann ist Plan A entweder bereits im Scheitern begriffen oder er wird scheitern. Die einzige Alternative ist, schnell auf Plan B umzusteigen: eine geordnete Umstrukturierung und Verringerung der Schulden dieser Regierungen, Haushalte und Banken.
Dies kann auf verschiedene Weise geschehen. Man kann eine geordnete Umschuldung der öffentlichen Schulden der PIIGS-Staaten durchführen, ohne tatsächlich das Schuldkapital selbst zu reduzieren. Dies bedeutet, man verlängert die Fälligkeitsdaten und senkt die Zinsen der Neuschulden auf ein erheblich niedrigeres Niveau als die derzeitigen, nicht zu bewältigenden Marktzinsen. Diese Lösung begrenzt das Ansteckungsrisiko und die potenziellen Verluste, die die Finanzinstitute trägen müssten, wenn man den Wert des Schuldkapitals verringerte.
Die Politik sollte außerdem Innovationen in Betracht ziehen, die in den 1980er und 1990er Jahren genutzt wurden, um schuldenbelasteten Entwicklungsländern zu helfen. So könnte man beispielsweise die Inhaber von Staatsanleihen ermutigen, ihre bestehenden Anleihen gegen an das BIP geknüpfte Anleihen einzutauschen, die an das künftige Wirtschaftswachstum gebundene Ausschüttungen vorsehen. Derartige Instrumente verwandeln Gläubiger de facto in Anteilseigner an der Volkswirtschaft eines Landes und berechtigen sie zu einem Anteil seiner künftigen Gewinne bei gleichzeitiger vorübergehender Verringerung seiner Schuldenlast.
Die Verringerung des Nennwertes von Hypotheken und die Überschreibung der potenziellen Wertsteigerung – im Falle langfristig steigender Eigenheimpreise – an die Gläubigerbanken ist eine andere Möglichkeit, um Hypothekenschulden in Eigenkapital umzuwandeln. Auch Bankenanleihen könnten reduziert und in Eigenkapital umgewandelt werden, was sowohl eine stattliche Übernahme der Banken verhüten als auch verhindern würde, dass die Sozialisierung der Verluste der Banken eine staatliche Schuldenkrise verursacht.
Europa kann es sich nicht leisten, weiter Unsummen für das Problem aufzuwenden und zu beten, dass Wachstum und Zeit die Rettung bringen. Niemand wird wie ein Deus ex Machina vom Himmel steigen, um den IWF oder die EU zu retten. Die Gläubiger und Obligationsinhaber, die das Geld überhaupt erst verliehen haben, müssen ihren Teil an der Last tragen – zum Wohle der PIIGS-Staaten, der EU und ihrer eigenen Finanzen.


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Camilla Smith
PIIGS countries-Portugal, Ireland,Italy,Greece,Spain- are in a hard financial situation now.Especially Greece, it's almsot a bankrupt.But in all of these countries public and private debts can not stop increasing.And this article is about possible ways how to solve this situation, it's sad to see the way strong European counties are in such a mess.Special effective ways should be found, because, for example, such an option like of printing money and escaping debt via inflation is unavailable to the PIIGS.Such an option like deflation of wages and prices is also unavailable because it will drive the real value of euro debts even higher, making them even more stable.It's hard to me to give an advice because I do not live in Europe, but I watch the situation and hope that governments of this countries will find a solution and revive their financial stability.
http://bit.ly/zSPVYH