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Eine „neuottomanische“ Türkei?

ANKARA: Die internationalen Medien sind heutzutage besessen von der Frage, wer die Türkei „verloren“ habe und was dieser vermeintliche Verlust für Europa und den Westen bedeutet. Alarmierender ist, dass einige Kommentatoren die Nachbarschaftspolitik der Türkei mit einem Wiedererwachen des ottomanischen Imperialismus gleichsetzen. Vor kurzem ging ein führender türkischer Leitartikler so weit, den türkischen Außenminister Ahmet Davutoğlu mit der Aussage zu zitieren, „wir sind in der Tat neuottomanisch.“

Als jemand, der dabei war, als Davutoğlu seine Rede vor der Parlamentsfraktion der regierenden türkischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) hielt, kann ich bezeugen, dass er diese Worte nicht benutzt hat. Tatsächlich verwenden weder Davutoğlu noch irgendjemand sonst von uns in der außenpolitischen Gemeinschaft der AKP diesen Begriff, weil er schlicht eine Verdrehung unserer Haltung darstellt.